Uhingen Comedy-Duo begeistert im Uditorium

Martin Rassau und Volker Heissmann setzten im Uditorium nicht nur auf freche Wortakrobatik, sondern auch auf optische Akzente unter dem Titel: "Ein Duo kommt selten allein".
Martin Rassau und Volker Heissmann setzten im Uditorium nicht nur auf freche Wortakrobatik, sondern auch auf optische Akzente unter dem Titel: "Ein Duo kommt selten allein". © Foto: Ulrike Luthmer-Lechner
ULRIKE LUTHMER-LECHNER 27.11.2014
Mit einem Feuerwerk an verbalen Humorattacken in fränkischem Dialekt brillierten Volker Heissmann und Martin Rassau in Uhingen. Im vollbesetzten Uditorium zeigten sie sich als rasante Improvisationskünstler.

"Ein Duo kommt selten allein", titelt das neue Programm der Komiker Volker Heissmann und Martin Rassau - und das wäre auch schade, denn zusammen gehören sie zu den erfolgreichsten Comedy-Duos in Deutschland. Mit ihrem fränkischen Dialekt, derbem Humor und hintersinnig-witzigen Wortspielereien eroberten die beiden Kultstars aus Fürth vor Jahren als "Waltraud und Mariechen" die Herzen der Fernsehnation.

Seitdem sind sie nicht nur im TV, sondern auch auf Deutschlands Bühnen gern gesehene Gäste. Mit Sketchen aus dem prallen Leben, frech-frivol gespickt, reißen sie das Publikum zu Lachattacken hin. Etwa beim Einkauf von Volker Heissmann im Gemüseladen: "Ham's an Dildo?" Die entrüstete Verkäuferin verneint sogleich und dann: "Ja wissen's, für mein Gurkensalat brauch ich des, also: Ham's an Dill do?"

Der auf der Bühne oft als dümmlicher Naivling schauspielernde Volker Heissmann zeigt auch seine private, sehr sympathische Seite. So erzählt er, dass er schon früh sein komödiantisches Talent spürte, bevor er diese Neigung jedoch zum Beruf machte, lernte er den Beruf des Hotelfachmannes. Dann kam die Rolle seines Lebens, und er gewährt dem Publikum witzige Einblicke, wie es hinter den Kulissen zugeht und wie es schließlich zum Durchbruch kam. "Wenn man 300 Mal im Jahr den Deppen spielt, ist das nicht einfach, sich irgendwann nicht damit zu identifizieren." Ob der 45-Jährige im Programm mit beinahe akrobatischer Mimik als Zugreisender den Schaffner an den Rand des Wahnsinns treibt, oder ob Martin Rassau als Reisebüroinhaber vergeblich seine Kreuzfahrten anpreist oder im Mobilfunkladen geduldig die multimedialen Möglichkeiten aufzeigt: Die Wortakrobaten kitzeln Lebensfreude heraus.

Während der 47-jährige Martin Rassau in seiner Rolle als arroganter Besserwisser wiederholt über die vielen Treppen im Uditorium frotzelt und Ratschläge für einen Urlaub am Gardasee gibt, glänzt Volker Heissmann als "Dudendütendrucker" mit Zungenbrechern, für die das Publikum spontan Szenenapplaus spendiert.

Kostümwechsel: Der schlaksige Martin Rassau tänzelt im Zebralook auf die Bühne, gefolgt von Volker Heissmann im Blümchenfummel. Das schrille Witwenpärchen Waltraud und Mariechen unterhält im zweiten Teil des Gastspiels mit skurrilen Gedanken zu Halloween und Weihnachtsmärkten und befasst sich hochamüsant mit einem Epiliergerät. Zuweilen durchaus schlüpfrig, jedoch niemals das Terrain des guten Geschmacks verlassend, manövrieren die Künstler gekonnt an der verbal zulässigen Spaßgrenze. Mit dem Lied "Die schönsten Frauen von Fürth" und einer lautstark geforderten Zugabe endet das zweistündige Programm.

Die Besucher, wie Eckhard Koch aus Sparwiesen ("Das war Spitze") oder Barbara Janas, die die originellen Ideen faszinierten, waren begeistert. "Jetzt habe ich allerdings ein paar Lachfalten mehr", so die Zuschauerin aus Nassachmühle.