Sanierung Christuskirche: Sanierungsstart liegt auf Eis

Eislingen / Iris Ruoss 10.07.2018

Zum 100-jährigen Kirchenjubiläum wurde die Eislinger Christuskirche ­außen renoviert, die Innenrenovierung sollte folgen. „Wir haben in Workshops die Erwartungen, Bedürfnisse und Gestaltungsideen gesammelt“, erzählt Pfarrer Frieder Dehlinger.

Letztmals wurde 1965 im Kirchenraum Hand angelegt. Zur Bauzeit der Christuskirche war die Kanzel das zentrale Element, dazu viele Bankreihen, um genügend Sitzplätze zu schaffen. Die Zeiten haben sich geändert, der Gottesdienstbesuch ist rückläufig, die fast 800 Plätze in den Kirchenbänken werden nicht mehr benötigt.

„Längst ist der Altar der Dreh- und Angelpunkt der Gottesdienste“, sagt Dehlinger. Auch die Gottesdienste an sich unterliegen einem Wandel, es gibt mehr Vielfalt, themenbezogene Gottesdienste werden gestaltet, die Kirche auch als Veranstaltungsraum, etwa für Konzerte genutzt. „Und genau dafür brauchen wir Bewegungsraum“, erklärt Dehlinger.

Der Altar, jetzt ganz hinten im Chorraum angeordnet, soll nach dem Willen der Kirchengemeinde nach vorne geholt werden, dafür sollen einige Bankreihen weichen, um Platz zu schaffen. „Bei Hochzeiten oder Taufen soll der Pfarrer doch praktisch mitten in der Gemeinde stehen“, erklärt Pfarrer Dehlinger. Für die Gottesdienste werden im Schnitt 150 Sitzplätze benötigt. „Unsere Vision ist, den Kirchenraum für alle zu öffnen und ihn auch für Veranstaltungen, Konzerte oder ähnliches zu nutzen“, erklärt Dehlinger.

Die Kirchengemeinde möchte nicht nur an der Bestuhlung einiges ändern, sondern auch die vier Fenster im Chorraum wieder öffnen und den Eingang zur Sakristei verlegen. Die ersten Vorschläge zur künstlerischen Gestaltung des Esslinger Künstlers Bernhard Huber liegen längst auf dem Tisch, denn  auch die vor 53 Jahren überstrichenen Jugendstil-Ornamente und Schriften sollen den Kirchenraum nach der Renovierung wieder zieren, allerdings in zeitgemäßer Form. Fast 40 Gestaltungsvarianten hat die Kirchengemeinde bereits ausgearbeitet,

Anfang des vergangenen Jahres wurde man beim Denkmalamt vorstellig und schnell wurde klar: Das Denkmalamt spielt bei den Planungen nicht in allen Punkten mit. Die Bankreihen zu entfernen wurde abgelehnt. „Die Renovierung sollte Ende des vergangenen Jahres bereits starten“, sagt Dehlinger. Jetzt liegt der Start auf Eis, die Kirchengemeinde will noch weitere Varianten prüfen, sich aber keinesfalls auf eine faule Kompromisslösung einlassen. „Die Umgestaltung muss zu unseren Bedürfnissen passen“, betont Dehlinger. Mindestens 760 000 Euro wird die Innenrenovierung kosten. Weitere Ideen wurden schon gesammelt. „Die Bänke könnten gedrittelt oder anderes Mobiliar eingebaut werden“, nennt Dehlinger Beispiele. Für den Kirchenmann ist eines klar: „An unseren Bedürfnissen vorbei werden wir nicht renovieren, sondern den jetzigen Zustand belassen.“

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