Über das Freihandelsabkommen TTIP, das zwischen der Eu und den USA verhandelt wird, hat die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) und die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) im Kreis in der Stadthalle Eislingen eine Podiumsdiskussion organisiert. Es diskutierten Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz, und IHK-Geschäftsführer Peter Saile. Die Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens (SPD) hat die Runde moderiert.

TTIP werde in der Bevölkerung kontrovers diskutiert, bemerkte ASF-Kreisvorsitzende Heide Kottmann. Während sich die Wirtschaft mehr Wachstum und Beschäftigung verspreche, stünden Gewerkschaften, Kirchen und Städtetag dem Abkommen kritisch gegenüber.

"Grundsätzlich ist nichts gegen die Erleichterung von Handelsgeschäften einzuwenden", sagte Dahlbender. Allerdings sei sie skeptisch, ob TTIP zu mehr Wachstum führe. "Bei TTIP geht es um eine Wertediskussion. Wer gibt den Weg vor - Wirtschaft oder Gesellschaft?" Zwischen Deutschland und den USA gebe es fundamentale Unterschiede beim Umwelt- und Verbraucherschutz. Die Schiedsgerichtsverfahren stellten Standards in Frage. Als Beispiel führte sie südamerikanische Staaten an: Ein Rauchverbot sei dort nicht durchsetzbar, da die Tabakindustrie sonst den Staat verklagen könnte.

Saile bedauerte, dass TTIP in Deutschland sehr negativ gesehen werde. Vielmehr sollten die Chancen, die das Abkommen biete, angenommen werden. Freihandel habe in vielen Ländern zum Wohlstand beigetragen. Investitionsschutz sei ein wichtiges Thema für die heimische Wirtschaft. Für die baden-württembergische Wirtschaft verspricht er sich Vorteile von TTIP. Unterschiedliche Normen in den Ländern treiben den Preis des Exportartikels in die Höhe. "TTIP bietet die Chance, verbindliche Normen festzulegen und somit Exporthemmnisse zu beseitigen, damit wir gegenüber dem asiatischen Wirtschaftsraum konkurrenzfähig bleiben", sagte Saile.

AfA-Kreisvorsitzender Klaus-Peter Grüner sieht TTIP aus Sicht von Arbeitnehmern eher als Fluch, denn als Segen.