Raum Geislingen CDU und SPD wollen Wähler zurückgewinnen

Raum Geislingen / KARSTEN DYBA 06.09.2016
Die etablierten Parteien seien am Sonntag  abgestraft worden, jubelt der AfD-Kreisverband. Die Abgeordneten Färber und Baehrens reagieren erschreckt.

Natürlich sei das Wahlergebnis vor allem von der Flüchtlingskrise beeinflusst, erklärt der Böhmenkircher CDU-Bundestagsabgeordnete Hermann Färber die Niederlage seiner Partei in Mecklenburg-Vorpommern. Färber sieht es als Aufgabe seiner Partei an, der Verunsicherung der Menschen zu begegnen. Er verweist auf Erfolge: „Der Zuzug von Flüchtlingen ist bereits sehr stark zurückgegangen, die Registrierung funktioniert mittlerweile, die Verfahren laufen viel schneller ab, und es werden mehr nicht-bleibeberechtigte Menschen abgeschoben.“ Färber will die AfD mit ihren „angeblichen Patentlösungen stärker und konkreter infrage stellen“, um so die Wähler wieder zurückzugewinnen Er bleibt bei seiner Einschätzung, „dass die AfD nichts zur Lösung konkreter Probleme beiträgt“.

Die Wähler zurückgewinnen will auch die Göppinger SPD-Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens. „Wir müssen auf die Nöte der Menschen reagieren und mit denjenigen ins Gespräch zu kommen, die diese Sorgen haben.“ Im vergangenen Jahr seien deshalb wichtige Beschlüsse gefasst worden, der Flüchtlingsbewegung zu begegnen. „Jetzt kommt es darauf an, dass wir als politisch Verantwortliche viel dafür tun, um deutlich zu machen, dass auch zukünftig die soziale und öffentliche Sicherheit in unserem Land gewährleistet wird. Es geht auch darum, das Vertrauen zurückzugewinnen, dass unsere Gesellschaftsordnung und unsere Demokratie in der Lage ist, damit fertig zu werden.“ Dass die AfD sogar eine große Volkspartei, die CDU, überholt hat, „erschreckt mich sehr“, sagt Baehrens. Dies zeige, dass die „einfachen Antworten der AfD verfangen“. Das Wahlergebnis als Sieg der SPD zu bezeichnen, wäre vermessen, so Baehrens.

Der Göppinger AfD-Kreisverband hat am Sonntagabend gefeiert, dass ein großer Teil der christlich-konservativen Wähler und auch der Arbeiterschaft zur AfD abgewandert sei, erklärt Kreisvorsitzender Volker Münz. Die Verantwortung tragenden Parteien seien „zu Recht für ihre verheerende, grundgesetzwidrige Politik der grenzenlosen Zuwanderung abgestraft worden“. Die Grünen hätten sogar für ihre „links-ideologischen Gesellschaftsexperimente die Quittung erhalten“.