Urlaub Camper kommen aus ganz Europa

Kreis Göppingen / Von Angelina Neuwirth und Martina Kallenberg 08.08.2018
Ob in Geislingen, Hohenstadt oder Aichelberg – die Campingplätze in der Region erfreuen sich großer Beliebtheit.

Weit weg von Lärm und viel befahrenen Straßen liegt der Geislinger Campingplatz im Längental. Idyllisch ist es hier im Grünen, umringt von Wäldern. „Wir haben alle möglichen Leute auf unserem Campingplatz. Durchgangsreisende, die eine Nacht oder auch zwei Nächte bei uns bleiben. Von Spanien über Frankreich, Holland, Belgien und Dänemark kommen die Leute“, sagt Rainer Stuhler, der Vorsitzende des betreibenden Vereins 5-Täler-Camping Geislingen.  Selbstverständlich gebe es auch viele Gäste aus der Umgebung, die die Löwenpfad „Weitblick-Tour“ wandern.

Seit 50 Jahren gibt es den Campingplatz bereits, der Verein betreibt ihn nun seit Februar 2014. „Wir hatten in den vergangenen Jahren stets ungefähr 100 Durchgangscamper pro Jahr zu verzeichnen. Seit Ende 2017 haben wir einen Internetauftritt und seither übersteigt es die Hunderter-Marke schon bei Weitem“, sagt Rainer Stuhler und zeigt sich erfreut.

Derzeit campieren knapp 20 Dauergäste im Längental, für insgesamt 49 Wohnmobile, Zelte oder Wohnwagengespanne gibt es Platz. Am wieder eröffneten Kiosk können die Camper noch bis Ende August frisch zubereitete Speisen á la carte genießen – besonders gut kommen das „Camper-Frühstück“ mit Speck und Eiern und das traditionelle Weißwurstfrühstück an. „Wir gehen ganz individuell auf unsere Gäste ein, bei uns ist der Camper nicht nur Camper, sondern ein Gast, den wir herzlich willkommen heißen auf unserem familiären Campingplatz“, sagt Stuhler.

Am Fuße der Schwäbischen Alb liegt der Campingplatz Aichelberg, wenige hundert Meter entfernt rauschen Tausende Fahrzeuge täglich die A 8 albauf- und albabwärts. Auf den Plätzen, die häufig mit Hecken umsäumt sind, stehen Autos mit niederländischen, belgischen, schweizerischen und deutschen Kennzeichnen. „Die Urlauber hier bleiben gerne angekuppelt, wenn sie nur eine Nacht hier stehen,“ erklärt Campingplatzbesitzer Jochen Müller. Seit er den Platz 2010 übernommen hat, hat sich einiges getan: Neben einem neuen Gebäude mit Sanitäreinrichtungen hat sich die Zahl der Dauercamper auf die Hälfte der 120 Plätze reduziert. Man setzt ganz gezielt auf Durchreisende. „Wenn es Stau Richtung München hat, merken wir das sofort“, sagt Müller, dann seien die Plätze schnell voll. Aber auch an einem ruhigen Abend genießt ein Paar aus München den Zwischenstopp. „Nach acht Wochen durch die Mittelmeerländer ist es hier am heißesten“ erzählen die jungen Eltern; „bis nach Hause ist es nicht mehr weit, aber mit einem Kleinkind ist es deutlich entspannter, noch eine Nacht auf dem Campingplatz zu verbringen.“

Neben Wohnwagen und Wohnmobilen gibt es auch Platz für Zelte auf einer Wiese. „Wir wollen zeigen, wie schön es hier ist und dass man auch mehr als eine Nacht hier verbringen kann“, meint Müller in Hinblick auf die ausliegenden Albprospekte. „Inzwischen bleiben manche Gäste auf der Fahrt nach Italien auch zwei Nächte und schauen sich die Gegend an.“ Doch das Ziel für das niederländische Paar, das sich am kleinen Kiosk mit Limonade eindeckt, ist eindeutig das „Gardameer“ wie die Niederländer den größten italienischen See nennen. In Hohenstadt ist Axel Röhm vor der Rezeption seines Campingplatzes „Waldpark“ am Blumengießen. Auch wenn es hier auf dem Albtrauf kühler ist als unten in Aichelberg, hilft das nicht gegen Trockenheit. „Vor zwölf Jahren gab es hier nur Dauercamper“, erzählt Röhm, doch inzwischen ist man auf Touristen eingestellt, 60 Plätze stehen Durchreisenden und Kurzverweilern zur Verfügung. Auch hier sind 90 Prozent  der Gäste nach Röhms Schätzung Menschen aus den Niederlanden, Belgien, Großbritannien und Skandinavien, viele die gen Süden über den Brenner reisen, kommen vorbei.

Renata Watson aus Amsterdam ist bereits den sechsten Sommer in Folge für drei Wochen in Hohenstadt – das ist die Ausnahme, aber sie genießt mit ihrem Mann und den beiden Hunden die Ruhe. „Abends ist viel Betrieb, aber sonst kann man die Bäume rauschen hören, Vögel und Eichhörnchen beobachten, nachts fliegen Fledermäuse vorbei“, schwärmt sie – und eingekauft werden nur Lebensmittel, „alles andere bekomme ich in Amsterdam, außer Zubehör für die Hunde, da ist man in Deutschland weiterentwickelt oder hat andere Produkte.“ Zehn Stunden Fahrt von Amsterdam nach Hohenstadt nehme Watson in Kauf, um Ruhe, Natur und die freundlichen Menschen auf der Alb zu genießen.

Bei Axel Röhm sind inzwischen 16 Reservierungen eingegangen, es werden noch mehr im Lauf des Tages; viele rufen von unterwegs an oder kommen direkt vorbei. Dann kann es aber passieren, dass keine Plätze mehr vorhanden sind, die Wohnmobile vor der Schranke parken oder weiterfahren müssen.

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