Bad Boll BUNTE: Verstehen Sie Spaß . . ?

Hoteldirektor Andreas Brucker zusammen mit Lockvogel Klaus Sommerfeld, der als Chauffeur vekleidete Guido Cantz und Restaurantleiter Karsten Zoufal (von links) nach dem abenteuerlichen Tag mit versteckter Kamera.
Hoteldirektor Andreas Brucker zusammen mit Lockvogel Klaus Sommerfeld, der als Chauffeur vekleidete Guido Cantz und Restaurantleiter Karsten Zoufal (von links) nach dem abenteuerlichen Tag mit versteckter Kamera. © Foto: Verena Albrecht
Bad Boll / VERENA ALBRECHT 04.09.2015
Das Fernsehteam von "Verstehen Sie Spaß?" hat den 24-jährigen Robin Stiegler in Bad Boll mit einem manipulierten Navi auf eine "Horrorfahrt" geschickt.

Und da sprach das Navigationssystem: In 100 Metern möchte eine ältere Dame mit ihrem Rollator die Straße überqueren. Und im nächsten Dorf: Nach der Kreuzung wartet ein Mann mit einem Schild in der Hand darauf, per Anhalter mitgenommen zu werden. Ein manipuliertes Navi bringt den 24-jährigen Robin Stiegler zur Verzweiflung.

Im Hotel Seminaris in Bad Boll war was los: Für Robin Stiegler, Gast des Hotels, war das ein Tag, wie er ihn so schnell wohl nicht mehr erleben wird. Er war unfreiwillig Hauptdarsteller einer Episode von „Verstehen Sie Spaß?“. Dabei wollte er doch nur, dass ihn der Mann in dem grau-silberne Auto zu seinem Aushilfsjob fährt. Für ihn war aber etwas ganz anderes vorgesehen: Der schwarzhaarige, braungebrannte Mann in Anzug und großer Sonnenbrille, der am Steuer saß, ist nämlich der verkleidete Guido Cantz. Das weiß Stiegler zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht und die „Horrorfahrt“ beginnt . . . „Ich dachte das ist alles echt. Es hätte ja sein können, dass es ein Navi gibt, das so fortgeschritten ist“, erzählt Stiegler. „Das ist Bad Boll. Wer denkt denn, dass hier sowas passieren kann“, erklärt der 24-Jährige, dem der Schock noch im Gesicht geschrieben steht. Volle sechs Stunden fühlte er sich buchstäblich wie im falschen Film.

Die beiden Lockvögel Klaus Sommerfeld und Oliver Hiefinger, die seit 18 Jahren zusammen arbeiten, schmunzeln über den heutigen Dreh mit versteckter Kamera: „Es gibt Tage, da läuft es nicht so gut, weil die Opfer eben nicht mitmachen. Dann gibt es wiederum Tage, die laufen hervorragend. Heute war so ein Tag“, erzählt Sommerfeld, der es zu seinem Beruf gemacht hat, Menschen hinters Licht zuführen. „Es macht Spaß, dass man eigentlich nie richtig weiß, wie’s ausgeht. Wir haben zwar alles geplant, aber müssen uns dann an die Situationen anpassen“, ergänzt Sommerfeld. Die Technik am Auto sei hochkompliziert und die Arbeiten daran hätten zwei Tage in Anspruch genommen: „Insgesamt sechs Kameras und Mikrofone mussten in dem Auto so eingebaut werden, dass man nichts sieht“, erklärt Oliver Hiefinger.

„Es ist eine Kunst, denen Bescheid zu geben, die Bescheid wissen müssen“, verrät Stefan Maier, Geschäftsführer von Kimmig Entertainment. Um es deutlicher zu sagen: Niemand wusste Bescheid, außer dem Team selbst. So kam auch Andreas Brucker, Hoteldirektor vom Boller Hotel Seminaris, zu einem – bis dahin noch ganz gewöhnlichen – Arbeitstag. Das Blatt drehte sich schnell: „Ich wusste zwar, dass eine Filmgruppe aus Berlin bei uns reserviert hat, dass sie aber hier drehen, wusste ich nicht“, berichtet Brucker. Es sei ein sehr aufregender Tag für ihn gewesen, denn das 20-köpfige Team von „Verstehen sie Spaß“ habe bereits morgens um sieben Uhr mit ihrem Aufbau begonnen und wuselten seitdem im Hotel Seminaris rum.

Bleibt eigentlich nur eine Frage: Herr Stiegler, verstehen Sie Spaß? „Ja, mir bleibt nichts anderes übrig“, sagt er zögerlich und man sieht ihm an, dass er wohl noch eine ganze Weile brauchen wird, den Schock zu überwinden. Hoffentlich kann er am 24. Oktober, wenn die Episode ausgestrahlt wird, selbst darüber lachen. 

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