„Plastikverzicht, das ist in aller Munde. Und jeder Einzelne kann etwas tun, man muss es nur wollen“, sagt Tanja Spachmann. Ihr Hobby ist es, aus gebrauchten Kaffeeverpackungen individuelle Taschen herzustellen. Ihre Freundin Silvia Schaal aus Haubersbronn habe sie dazu vor ungefähr sieben Jahren „angestiftet“, erzählt Spachmann. Darüber sei sie sehr froh. Denn in dem Moment als sie ihre erste Tasche genäht hat, ist es zu ihrer großen Leidenschaft geworden. Seit mittlerweile sechs Jahren geht sie diesem Hobby nach.

Taschen aus Kaffeeverpackungen

So näht die 48-Jährige aus Maitis verschiedene Taschen in unterschiedlicher Größe. „Jeder Kunde hat einen anderen Geschmack“, weiß sie, während sie eine Kindertasche hochhält, die sie aus kleineren Kaffeeverpackungen genäht hat. Sie hat Abnehmer – beispielsweise ein Großraumbüro, deren Angestellte genau Vorstellungen haben, wie die Tasche auszusehen hat. „Ich liefere meine Werke mittlerweile bis nach Spanien, zu Verwandten“, berichtet sie sichtbar stolz. Während sie von ihrem Hobby erzählt, merkt man, dass sie schon immer im kreativen Bereich arbeiten wollte und Wert darauf legt, dass alles perfekt ist. „Wenn eine Naht oder der Schriftzug schräg ist, kann ich es vergessen und muss neu anfangen.“

Ihre fertigen Taschen, die sie verkauft, kosten zwischen zehn und 20 Euro. „Wenn ich Tüten habe, für die ich erst ewig Material sammeln muss, sind die eben entsprechend teurer“, erklärt Spachmann. Ungefähr zehn Verpackungen, Füllmenge 1000 Gramm, brauche sie für eine große Tasche und rechnet jedes Mal extra zwei Verpackungen drauf, „falls mal eine reißt.“ Problematisch sei bei der Wiederverwendung besonders der Aroma-Ventilverschluss. Den dürfe man nicht heraus schneiden, sonst gehe die Tasche kaputt. Für kleinere Werke benötige sie zwölf Verpackungen, Füllmenge 250 Gramm. Den Tragegurt kauft sie neu ein. „Manchmal bekomme ich auch kaputte Gurte und repariere sie.“

Etwas für die Umwelt tun, das ist Spachmann wichtig. Sie erzählt, dass in den Verpackungen, die sie von Bekannten erhält, manchmal noch viele Bohnen übrig seien, sodass man locker noch eine Kanne Kaffee brühen könne.

Wie Tanja Spachmann ihre Taschen näht und was mit dem Großteil der Einnahmen aus den Taschenverkäufen passiert, das lesen Sie in der Dienstagsausgabe der NWZ sowie im E-Paper.