Kreis Göppingen Bundestagswahl: Leser fragen – Kandidaten antworten

Am 24. September ist Bundestagswahl.
Am 24. September ist Bundestagswahl. © Foto: dpa
Kreis Göppingen / SWP 19.08.2017

Reinhold Nebel aus Ebersbach fragt:
Politiker aller Parteien sind sich einig, das Elektroauto muss so schnell wie möglich her, aber keiner sagt uns was über Recycling, Haltbarkeit der Akkus und Entsorgung. Werden wir uns wie mit dem Atommüll noch Generationen später über die Entsorgung des Sondermülls streiten müssen?

Hermann Färber (CDU): Emissionsfreier Antrieb hat gewiss Zukunft, aber auch Fahrzeuge mit Elektroantrieb belasten die Umwelt durch Produktion, Batteriebedarf und Recycling. Daher darf man Dieselautos nicht generell verdammen, sondern muss sie durch schadstoffarme Kraftstoffe und Nachrüstungen umweltverträglich verbessern.

Heike Baehrens (SPD): Sie haben Recht. Nicht hitzige Sommerdebatten lösen die Probleme, vielmehr sind Besonnenheit und technischer Sachverstand gefragt, um nachhaltige Konzepte für die Mobilität von morgen zu entwickeln.

Dietrich Burchard (Grüne): Elektromobilität ist eine Übergangslösung. Da wir uns aufgrund unserer Gesundheit und Umwelt schnell umstellen müssen, sind derzeit die Elektroautos die beste Lösung. Gleichzeitig stehen weitere Entwicklungen an: andere Mobilität, Power-to-Gas…, ansonsten drohen gerichtlich verordnete Fahrverbote.

Hans-Peter Semmler (FDP): Wir sehen in der zwangsweisen Einführung von Elektroautos keine geeignete Klimaschutzstrategie. Deren ökologische Bilanz ist schlechter als die eines effizienten Verbrennungsmotors. Ziel ist die ergebnisoffene Erforschung neuer Technologien für eine nachhaltige Energiewende. Komplett ohne Ideologie!

Volker Münz (AfD): Die AfD ist keineswegs der Meinung, dass das E-Auto so schnell wie möglich her muss. Viele Fragen sind noch ungeklärt, der ökologische Nutzen ist zweifelhaft. Nicht nur die Entsorgung der Batterie ist problematisch, auch die Gewinnung der dafür notwendigen Seltenen Erden ist ökologisch bedenklich.

Christel Beck (MLPD): Damit sich wirklich etwas ändert, fordern wir eine Wende in der Verkehrspolitik: Elektromobilität auf Grundlage erneuerbarer Energien und umweltschonender Speichertechnologien, Ausbau eines kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs und Güterverkehr auf Schienen und Wasserwege.

Vom Kandidaten der Linken, Konstantinos Katevas, ist keine Antwort eingegangen.

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