Kreativmarkt Bummel durch bunte Vielfalt

„Einmalige Lieblingsstücke“ bieten diese zwei jungen Frauen an ihrem Stand auf dem Kunst- und Kreativmarkt in Rechberghausen an.
„Einmalige Lieblingsstücke“ bieten diese zwei jungen Frauen an ihrem Stand auf dem Kunst- und Kreativmarkt in Rechberghausen an. © Foto: INGE CZEMMEL
Rechberghausen / INGE CZEMMEL 07.05.2018
Zwar treffen die Verkäufer beim Kreativmarkt nicht jeden Geschmack, doch haben sie oftmals Ungewöhnliches im Angebot.

Bummeln, die Seele baumeln lassen, Außergewöhnliches entdecken – im Ambiente des historischen Ortskerns von Rechberghausen und der Kulturmühle ist es am vergangenen Sonntag bei schönem Frühlingswetter gut sein. Unzählige Künstler und Kunsthandwerker haben ihre Stände aufgebaut und herausgeputzt, um Handgemachtes aus eigener Herstellung zu zeigen und zum Verkauf anzubieten.

„Bei diesem Riesenangebot ist man ja fast ein bisschen überfordert“ gestehen zwei Freundinnen, die aus Süßen zum Bummeln hergekommen sind. Doch beide haben schon „Beute gemacht“. „Gartendeko für meine Mutter“, freut sich die eine. „Das kommt mir sehr entgegen, dass der Markt so kurz vor dem Muttertag stattfindet.“ Ihre Begleiterin, die bald Oma wird, hat ein hübsches „Babyset“ mit Höschen, Mützchen, Lätzchen und Knistertuch erstanden. Pinkfarben mit winzigen Sternchen.

Was „Anziehbares“ anbelangt, sind Kinder und Frauen schwer im Vorteil. Die Näh-, Filz- und Strickarbeiten zielen, bis auf ein paar Hüte, hauptsächlich aufs weibliche Geschlecht. Doch in der Kulturmühle gibt es einen Stand mit ganz außergewöhnlich attraktiven, handbemalten Krawatten. Wer ein solches Unikat von Anja Pritschow sein Eigen nennen darf, kann sich glücklich schätzen.

Genau wie all jene, die in Rechberghausen schöne Dinge entdecken, von denen sie bisher gar nicht wussten, dass es sie gibt. Hauchzarte aus Holz gedrechselte Lampenschirme, aus Münzen und Silberbesteck gefertigter Schmuck, raffinierte Recyclingmode, Gartenengel mit Schwemmholzkörper, Steinkopf und Aluminiumflügeln, man kommt aus dem Staunen gar nicht heraus. „Ideen muss man haben! Das probiere ich daheim auch!“

Viele sind auch gekommen um sich Anregungen zu holen. Einige Künstler führen auch vor, wie ihre Werke entstehen. So kann man in der Ortsmitte einer Dame zusehen die Postkarten in Enkaustiktechnik fertigt, in der Kulturmühle kann beobachtet wie klöppeln funktioniert. Im Casa Nova zeigt eine Glaskünstlerin wie Glasperlen und Schmuckstücke hergestellt werden.

Kitsch oder Kunst? Nicht alles gefällt jedem. Aber genau das macht den Reiz des Marktes aus. Das Angebot ist so vielfältig, dass für jeden irgendetwas dabei ist. „Die Geschmäcker sind verschieden“, weiß Martina Köhler, die seit fünf Jahren für die Gemeinde die Aussteller im Ortskern akquiriert und darauf achtet, dass der Markt so vielfältig wie möglich ist.

Für die Besucher ist überdies einiges an Unterhaltung geboten. Der Musikverein Rechberghausen, die Flötenvögel, die Birenbacher Flötenkids und ein Drehorgelspielerpaar sind musikalisch mit von der Partie, Herr Gorges unterhält mit „Walking Acts“ und Tina Zwicker bietet in ihrem Elfenstand – in dem auch zarte Elfenspitzenkleider und Accessoires zu haben sind – Kinderschminken an. „Der Erlös fließt in mein Feengarten-Projekt, auf das ich schon seit vielen Jahren spare“ verrät sie.

Barbara Baumung, die im Freibereich der Kulturmühle aufwendig gestaltete Mosaikkugeln verkauft, strahlt über das ganze Gesicht und meint: „Der Markt in Rechberghausen hat einfach ein ganz tolles Ambiente. Im Ort gibt es viele hübsche Ecken und Plätze und die Kulturmühle, hier am Bach mit dem sich drehenden Mühlrad und dem schönen Biergarten ist besonders idyllisch.“