Interview Bürgerpreis: Bereits fünf Bundessieger aus dem Kreis

Jürgen Malchers (links) von der Kreissparkasse Göppingen organisiert von Anbeginn an den Bürgerpreis im Landkreis Göppingen. Sein Chef, Dr. Hariolf Teufel, hält das Engagement seines Geldinstituts für diesen Preis sehr wichtig.
Jürgen Malchers (links) von der Kreissparkasse Göppingen organisiert von Anbeginn an den Bürgerpreis im Landkreis Göppingen. Sein Chef, Dr. Hariolf Teufel, hält das Engagement seines Geldinstituts für diesen Preis sehr wichtig. © Foto: Claudia Burst
Geislingen / Claudia Burst 25.04.2017

Der Deutsche Bürgerpreis im Kreis Göppingen geht in diesem Jahr in eine neue Runde. Seit Anfang April können Vorschläge und Bewerbungen eingesandt werden. Noch bis Ende Mai werden die Vorschläge gesammelt. Das Thema in diesem Jahr: „Vorausschauend engagiert: real, digital, kommunal“ (wir berichteten bereits kurz).

Wie in den vielen Jahren zuvor geht es wieder darum, Menschen zu finden, die sich über Gebühr hinaus ehrenamtlich engagieren und das möglichst zum Wohle anderer. „Der Deutsche Bürgerpreis wird an engagierte Personen, Gruppen beziehungsweise Vereine und Unternehmen verliehen, die schon heute die Zukunft vor Ort aktiv gestalten“, sagt Malchers. Er ist Ansprechpartner und Organisator der Initiative „Bürgerpreis“ bei der Kreissparkasse Göppingen. Und das schon „von Anfang an“.

Sein Chef, Dr. Hariolf Teufel, präsentiert als Vorstandsvorsitzender die Aktion als öffentlicher Vertreter seiner Bank. Diese gehört zu den Initiatoren des lokalen Bürgerpreises, gemeinsam mit dem Landkreis, den Kommunen im Landkreis, der GEISLINGER ZEITUNG und der NWZ sowie den Bundestagsabgeordneten Hermann Färber und Heike Baehrens.

Herr Malchers, was bedeutet von Anfang an? Seit wann gibt es den Bürgerpreis und wie kam die Bundesaktion in den Landkreis?

Jürgen Malchers: Das sind inzwischen fast 20 Jahre, genau weiß ich es gar nicht. Wir im Landkreis sind seit dem zweiten Jahr dabei, weil damals Bundestagsabgeordneter Klaus Riegert zu den Mit­initiatoren dieser Aktion im Deutschen Bundestag gehörte und natürlich Wert darauf legte, sie dann auch im Landkreis zu etablieren.

Herr Dr. Teufel, warum ist die Durchführung des Bundespreises für die Kreissparkasse ein wichtiges Anliegen, das sie sogar mit 5000 Euro Preisgeld dotiert?

Hariolf Teufel: Weil wir es für wichtig erachten, das Ehrenamt ins öffentliche Licht zu rücken, es offiziell wertzuschätzen und das mit diesem Preis zu unterstreichen. Durch die jeweils wechselnden Schwerpunkte kommen häufig Besonderheiten ans Licht, wie etwa die 80-jährige Frau, die sich seit vielen Jahren in der Vesperkirche engagiert. Oder die Geislinger Initiative, in der Jugendliche ehrenamtlich Senioren den Umgang mit dem PC beibringen. Ich finde solche Dinge wertvoll.

Was genau verstehen Sie unter dem diesjährigen Schwerpunktthema „Vorausschauend engagiert: real, digital, kommunal?“

Hariolf Teufel: Da geht es thematisch stark um das Engagement in der Gemeinde, zum Beispiel kommunalpolitisch. Oder auch in Bezug auf Digitalisierung, wie diese von Ehrenamtlichen im kommunalen Umfeld praktiziert wird. Es ist ein breites Spektrum, in dem sich hoffentlich viele angesprochen fühlen.

Sind Sie insgesamt zufrieden mit der Zahl der Bewerbungen?

Hariolf Teufel: Nein, es sind definitiv zu wenig – zum einen, weil viele Ehrenamtliche aus Bescheidenheit gar nicht an die Öffentlichkeit wollen, zum anderen, weil sie vielleicht auch Angst haben, erst nominiert und dann nicht ausgesucht zu werden. Dabei bedeutet schon die Nominierung eine Auszeichnung

Jürgen Malchers: Dazu kommt, dass die Jury eine konkrete Vorstellung vom Bewerber braucht, das heißt, die Bewerbung, die seit Anfang April im Internet unter www.deutscher-buergerpreis.de heruntergeladen werden kann, ist recht aufwendig auszufüllen. Das kostet Zeit.

Wie versuchen Sie das zu ändern, also mehr Bewerbungen oder Vorschläge zu erhalten?

Jürgen Malchers: Durch Veröffentlichungen in der Presse und auf Facebook. Außerdem versuchen wir alle Bürgermeister im Landkreis Göppingen darauf aufmerksam zu machen und sie zu bitten, uns wenigstens einen Vorschlag eines engagierten Ehrenamtlichen aus ihrer Gemeinde zu machen. Das Ziel in diesem Jahr lautet, mindestens 25 Bewerbungen zu bekommen.

Hariolf Teufel: Wichtig ist auch, dass es in den Gemeindeblättern erscheint. Und für die U21-Kategorie gibt es die Idee, die Schulen im Landkreis anzuschreiben. Auch wir Jury-Mitglieder machen uns immer wieder Gedanken, wer da infrage kommen könnte.

Haben es Preisträger aus dem Landkreis Göppingen schon mal zum Bundessieger geschafft?

Jürgen Malchers: Schon fünfmal – wir sind im Ranking ziemlich weit vorne.

Der Erste schaffte es gleich bei der ersten Teilnahme des Landkreises Göppingen, es war ein Lehrlingspate aus Donzdorf. Der Letzte schaffte es 2007: Jorge Gonzalez aus Geislingen mit seinem Projekt „Tanzen statt Gewalt“.

Weitere Info und Unterlagen zum Preis


Formulare Das Bewerbungsformular und weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse:
www.deutscher-buergerpreis.de

Info Auskünfte zum lokalen Wettbewerb erteilt Jürgen Malchers von der Kreissparkasse Göppingen. Er ist per E-Mail erreichbar unter der Adresse:
juergen.malchers@ksk-gp.de

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