Bad Überkingen Bürgermeister : "Wir werden zugemüllt"

Bad Überkingen / RALF HEISELE 20.03.2014
In der Gemeinde Bad Überkingen gibt es ein Problem: In jüngster Zeit wird dort vermehrt Müll abgeladen. "Wir werden regelrecht zugemüllt", schimpft Bürgermeister Matthias Heim.

Ratten, die vom umherliegenden Müll angelockt werden - so sieht es seit ein paar Wochen bei der Bad Überkinger Autalhalle aus. Dort hat die Gemeinde eine kleine Annahmestelle für Wertstoffe eingerichtet - Glas, Kleider und Altpapier können in Containern entsorgt werden. Allerdings nehmen viele "Umweltsünder" die Gelegenheit wahr, auf dem großräumigen Gelände des Parkplatzes gleich auch ihren Hausmüll loszuwerden. Seit ein paar Wochen hat sich die Lage verschärft, stellt Bürgermeister Matthias Heim fest. Immer mehr Müll wird dort - und an den beiden Haltestellen an der B 466 bei Hausen - einfach hingeschmissen. Die Palette der wilden Müllkippe reicht von Stühlen über ausgediente Computer, Kinderbuggys bis hin zu Milchtüten, Essensresten und Babywindeln.

"Wir können den Müll niemandem zuordnen, sonst würden wir sofort etwas dagegen unternehmen", sagt der Bürgermeister. Neben der Verschandelung des Ortsbildes ärgert ihn am meisten, dass die Allgemeinheit für die Verfehlungen der Müllfrevler aufkommen muss. Schließlich kostet es etwas, wenn Mitarbeiter des Bauhofs im Bereich der Altkleidercontainer den Müll aufsammeln und ihn ins Müllheizkraftwerk nach Göppingen bringen müssen. "Die Arbeit ist nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig." Im Schnitt komme pro Woche eine Wagenladung mit 3,5 Tonnen zusammen, erklärt der Schultes. Auch für das Verbrennen selbst muss die Gemeinde aufkommen.

Gründe für den Anstieg der Müllmenge sieht Bürgermeister Heim im Frühjahr - "da wird zu Hause groß geputzt und nicht alles passt dann in den Mülleimer" - sowie im guten Wetter, das derzeit herrscht. "Dann sind die Leute mehr draußen." Das macht sich bei der derzeitigen Märzenbecherblüte bemerkbar. In Scharen kommen die Wanderer ins Autal. Ob der ein oder andere bewusst den Ausflug zum Mülltourismus nutzt, will Heim niemandem unterstellen. Ihm ist aber bewusst, dass in anderen Landkreisen die Kosten für die Müllentsorgung nach der Menge berechnet werden.

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