Süßen Bürgerinitiative setzt sich für Fußweg ein

Hartmut Bressmer, Thomas Czinszky und Peter Starke wissen, wie rege der Trampelpfad vor allem von Kindern genutzt wird. Als Interessengemeinschaft will man weiter an dem Wunsch nach einer neuen Fußwegverbindung festhalten.
Hartmut Bressmer, Thomas Czinszky und Peter Starke wissen, wie rege der Trampelpfad vor allem von Kindern genutzt wird. Als Interessengemeinschaft will man weiter an dem Wunsch nach einer neuen Fußwegverbindung festhalten. © Foto: Giacinto Carlucci
Süßen / Kristina Betz 28.08.2018
Anwohner des Baugebietes „Beim Bierkeller“ setzen sich für einen Fußweg vom Wohngebiet zur Schule ein.

Hartmut Bressmer, Thomas Czinszky und Peter Starke wollen keinen Ärger machen. Das ist den drei Süßenern wichtig zu betonen. „Wir haben nicht die Absicht, etwas zu blockieren“, sagt Hartmut Bressmer, der die Interessen der Anwohner stellvertretend mit Thomas Czinszky und Peter Starke vertritt. 60 Anwohner haben unterschrieben, als Peter Starke durch die Gneisenaustraße, die Scharnhorststraße und die Grünenbergerstraße lief und die Bedenken zum von der Stadt geplanten Baugebiet „Beim Bierkeller“ vortrug.

Das an die Schule angrenzende Baugebiet soll laut der Süßener Verwaltung zum einen die Grundlage für eine Erweiterung der Hornwiesen-Grundschule legen und zum anderen zwei „Premium-Bauplätze“ bieten. Knapp 1000 Quadratmeter groß sind die an das bestehende Wohngebiet angrenzenden Plätze. Ein Problem, das die Anwohner beschäftigt: Der bisherige Fußweg, der das Wohngebiet mit dem Spielplatz, der Schule sowie mit dem Kindergarten-Provisorium verbindet, fällt durch das neue Baugebiet weg. Der Wegfall des Weges bedeute einen Verlust an Sicherheit und weitere Wege. „Die Kinder laufen bisher direkt über die Wiese zum Spielplatz oder zur Schule. Ohne den Fußweg müssen sie ganz um das Wohngebiet herumlaufen“, erklärt Thomas Czinszky.

Süßens Bürgermeister Marc Kersting hingegen bekräftigt: „Es gibt eigentlich gar keinen Fußweg.“ Tatsächlich handelt es sich bei dem Durchgang mehr um einen Trampelpfad, „der dürfte eigentlich gar nicht existieren.“

Im Rahmen der öffentlichen Beteiligung merkte die Initiative den Wegfall des „historischen Fußweges“ an. In der Sitzung im Frühjahr dann der Rückschlag: Mit neun zu acht Stimmen wurde der Einwand der Anwohner abgelehnt. Der Fußweg fehlt also auch im überarbeiteten Bebauungsplan, bedauern die Anwohner. Als Gründe wurden die Kosten für den zusätzlichen Weg sowie die entgehenden Grundstückserlöse angeführt, weil die Breite des Weges die Bauplatzgröße mindere. Marc Kersting verweist darauf, dass die Entscheidung, ob ein Fußweg in die Planung aufgenommen wird, letztlich der Gemeinderat trifft. „Das war eine demokratisch getroffene Entscheidung“, so der Bürgermeister.

„Als alter, langjähriger Anwohner dachte ich: Der Weg ist doch sicher kein Problem“, erklärt Starke, der in der Sitzung anwesend war. Große Enttäuschung habe sich bei den Anwohnern breit gemacht, woraufhin Starke loszog, um Unterschriften zu sammeln. An den Haustüren der Anwohner habe er „volle Unterstützung erfahren“.

Bei einem Termin bei Bürgermeister Marc Kersting trug er zusammen mit drei weiteren Anwohnern noch einmal deren Bedenken und den Wunsch nach einem weiter bestehenden Durchgang vor. Am Dienstag, 11. September, will BM Kersting das Anliegen der Anwohner noch einmal im Ältestenrat vorbringen. „Entschieden wird dort nichts, der Ältestenrat ist ein rein beratendes Gremium“, stellt er klar.

Die Anwohner hoffen indes, dass der Plan noch einmal überarbeitet wird. Nach ersten Einwänden sei die Stadt den Anwohnern entgegengekommen, wissen Bressmer, Czinszky und Starke zu schätzen. Auch bei drei Vor-Ort-Terminen mit Teilen des Gemeinderates sowie Bürgermeister Kersting habe sich die Stadt kooperativ gezeigt. Auf erste Bedenken, was die im Bebauungsplan enthaltene Möglichkeit zur gewerblichen Nutzung der Grundstücke angeht, sei man eingegangen und habe die Option aus dem Planwerk gestrichen. Auch die Baufenster auf den zwei „Premium-Bauplätzen“ haben sich nach Einwänden verringert.

Die Anwohner hoffen nun darauf, dass sie mit ihrem Einsatz auf Unterstützung des Gemeinderates treffen. Vermutlich wird der Bebauungsplan erst im September oder Oktober wieder Thema der Sitzung sein, vermutet Kersting. „Wahrscheinlich nicht nur einmal.“

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