Geislingen Bürgeraktion B10-neu feiert ihren 20. Geburtstag

Geislingen / Manfred Bomm 05.10.2018
Seit 20 Jahren kämpft die Bürgeraktion B 10-neu für den Bau der Bundesstraße bis Urspring. Am Sonntag ist Feier zum runden Geburtstag.

„Jetzt wird auch in Geislingen Druck gemacht“ – so stand’s vor 20 Jahren in der GZ zu lesen. Damals hatten mehr als 40 Personen im Altenstädter Gasthaus „Rad“ die „Interessengemeinschaft B 10 neu, Ortsgruppe Geislingen“ gegründet. Das Ziel: Die Planung der Umgehungsstraße von Kuchen bis Urspring voranzutreiben.

So weit ist das Projekt zwar bis heute noch nicht fortgeschritten, aber ohne den Druck auf die politisch Verantwortlichen wäre die B 10 „in Vergessenheit geraten“, ist Peter Maichle als Vorsitzender der inzwischen in „Bürgeraktion B 10-neu“ umbenannten Bewegung überzeugt. Morgen, Sonntag, 10.30 Uhr, wird im Rahmen einer Feierstunde im Schubart-Saal in der MAG in Geislingen (Schillerstraße 2) auf die vielfältigen Aktivitäten der vergangenen 20 Jahre zurückgeblickt.

Mit mehr als 20 000 Unterstützer-Unterschriften im Rücken ging die Bürgeraktion damals gleich in die Vollen: Im November 1998 riefen die Aktivisten zu einer Protestwanderung von Geislingen nach Süßen auf, wo ihnen Gleichgesinnte aus Eislingen entgegenkamen, deren Stadt noch genau so unter dem Durchgangsverkehr litt, wie Süßen und natürlich Gingen.

Bei einer Protestkundgebung in Süßen hatte seinerzeit Landrat Franz Weber betont, dass eine neue B 10 Menschenschutz und ein Stück Lebensqualität bedeuteten, genau so aber auch Umweltschutz, weil durch die täglichen Staus unnötigerweise Abgas produziert werde. Und Geislingens Oberbürgermeister Wolfgang Amann hatte es als einen „unzumutbaren Zustand“ bezeichnet, wenn man von Geislingen nach Eislingen länger brauche als von Geislingen nach Ulm.

In der Folgezeit ließ die Bürgeraktion keine Gelegenheit aus, bei Politikern und deren Besuchen im Filstal auf die jahrzehntealte Forderung nach einer besseren Verkehrsanbindung hinzuweisen. Die Aktivisten wurden mehrfach in Berlin vorstellig, organisierten weitere Protestdemos, mit denen sie öffentlichkeitswirksam auf die Notwendigkeit einer neuen B 10 aufmerksam machten: Sie legten zwischen Eislingen und Geislingen mit Oldtimern den Verkehr lahm und blockierten einmal auch den Geislinger Sternplatz. Unzählige Schreiben wurden an die Verantwortlichen in der Landes- und Bundesregierung gesandt und viele persönliche Gespräche geführt. Überall, so schien es, war man auf offene Ohren gestoßen – doch egal, wer in Berlin oder Stuttgart gerade das Sagen hatte, es blieb allzu oft bei vagen Versprechungen. So wertet es Aktionsvorsitzender Maichle als großen Erfolg, dass es trotzdem gelungen sei, die Straße wenigstens stückweise voranzubringen. Wie mühevoll die Kontakte zu den Regierungsbehörden oftmals waren, zeigt allein die Zahl der häufig wechselnden Verkehrsminister, mit denen es die Bürgeraktion in den 20 Jahren zu tun hatte: zehn in Berlin, sechs in Stuttgart.

Wenngleich es nur in kleinen Schritten vorwärts gegangen ist, so wertet Maichle das Erreichte als Erfolg seiner Mitstreiter, die auf einen großen Rückhalt aus der Bevölkerung bauen können. „Wir müssen weiter dranbleiben“, sagt er. Denn: „Damit Kuchen und Geislingen nicht vollends im Verkehr ersticken, ist ein zügiger Weiterbau bis ins Rohrachtal notwendig.“ Um weitere Aktionen organisieren zu können, seien Mitglieder gesucht, die sich aktiv engagieren.

Bei der morgigen Feierstunde zum 20-jährigen Bestehen der Bürgeraktion wird der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, der CDU-Bundestagsabgeordnete Steffen Bilger, die Festansprache halten. Umrahmt wird die Veranstaltung von der Städtischen Musikschule Geislingen. Zum Ausklang gibt es Getränke und einen Imbiss. Eingeladen sind außer den Mitgliedern auch alle, die sich mit den Zielen der Bürgeraktion verbunden fühlen.

Info Ausführlich kann man sich über die Bürgeraktion B 10-neu auf deren Homepage informieren: www.b10-neu.de

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