Es gelte, eine Genossenschaft von Bürgern für Bürger zu gründen, um deren Energieversorgung mit zukünftiger Energiegewinnung aktiv mit zu gestalten, betonten unisono die Rathauschefs von Süßen, Marc Kersting, und Salach, Bernd Lutz. Eine, die von den beiden Kommunen zwar initiiert, aber nicht federführend getragen werde. "Vorkauen wollen die Kommunen nichts", betonte Marc Kersting. Lediglich anschieben.

Am Mittwoch fand zum Auftakt in der Salacher Stauferlandhalle eine erste Infoveranstaltung für die Bürger der zwei Filstalgemeinden statt. Beide Bürgermeister und Elisabeth Strobel, Vorsitzende des Verbandes der Bürgerenergiegenossenschaften in Baden-Württemberg, erklärten, wie eine Bürgerenergiegenossenschaft funktioniert und welche Ziele sie verfolgt.

"Energiewende heißt vielleicht das Wort des Jahres 2012. Wenn die Wende gelingen soll, muss von den Bürgern die Sache ein Stück weit selbst in die Hand genommen werden", meinte Bernd Lutz. 53 Mal seit 2008 haben dies Bürger in Baden-Württemberg bereits getan, sagte Elisabeth Strobel. Jedes Mal hatte sie mit Anschubhilfe geleistet.

"In einer Bürgerenergiegenossenschaft kann jeder Mitglied werden und Anteile erwerben, diese verschenken, wieder verkaufen oder vererben. Jedes Mitglied hat eine Stimme - unabhängig von der Zahl der gehaltenen Anteile", erläuterte Strobel. Man könne für die Umwelt Gutes tun und zugleich das eingesetzte Kapitel krisensicher anlegen. Die niedrigste Rendite, die bisher von den 53 Genossenschaften der Bürger im Land erwirtschaftet worden seien, läge bei 3,5 Prozent. Die genossenschaftliche Struktur biete Schutz gegenüber Spekulationen, so die Verbandvorsitzende. "Dabei steht die Gewinnmaximierung gar nicht im Vordergrund", so Strobel.

Nach einer Stunde Information gab es erste Fragen. Ist die Mitgliedschaft abhängig vom Wohnort? Welches sind typische Gründungsprobleme? Für die Gemeinden Süßen und Salach ist die Ausgangslage geradezu optimal, da bereits ein fertiggestelltes Projekt vorhanden ist. Süßens Bürgermeister Kersting bot an, eine eben erst errichtet Photovoltaikanlage auf dem Dach des neuen Kinderhauses der Genossenschaft verkaufen zu können. Auch sei die von den Stadtwerken Süßen und der ENBW Kommunale Beteiligung betriebene "SUEnergie GmbH und Co. KG", Eigentümer des Stromnetzes der Stadt Süßen, bereit, die Gründungskosten für die neue Bürgergenossenschaft von rund 10.000 Euro zu übernehmen.

Am 21. Februar findet die Gründungsversammlung der künftigen Energiegenossenschaft Mittlere Fils eG in Süßen statt. Dann wird die Satzung beschlossen, der Aufsichtsrat gewählt und der Vorstand bestellt.