Die Tonlage in der Diskussion um den abgelehnten Bürgerentscheid zum Baugebiet „Weilenberger Hof III“ wird versöhnlicher. Dies zeigte sich am Montagabend in der zweieinhalbstündigen Info-Veranstaltung, bei der sich Stadtverwaltung, Planer und die Bürgerinitiative den Fragen der knapp 150 Besucher stellten. Wie ist das mit der zweiten Zufahrt? Worum geht es bei der Kaltluftzufuhr? Warum hat man den Bürgerentscheid nicht einfach zugelassen? All das wurde – ergebnisoffen, aber größtenteils sehr sachlich – diskutiert.

Die Moderation der Podiumsdiskussion übernahm Anni Schlumberger aus Tübingen von „politaktiv“, die verschiedene Kommunen im Land berät, wenn es um Prozesse in der Bürgerbeteiligung geht. „Uns war es wichtig, an diesem Abend eine neutrale Person zu haben, um die Diskussion weiter zu versachlichen“, erklärte Bürgermeister Matthias Wittlinger zu Beginn und Schlumberger betonte: „Es gibt keine Schlichtung, keine Entscheidung und keine endgültige Diskussion heute. Es geht einfach darum, noch einmal alle Fakten auf den Tisch zu legen und gemeinsam abzuwägen.“

Stadtplaner Manfred Mezger erläuterte zuerst noch einmal wie ein Bebauungsplanverfahren überhaupt funktioniert und welche Leitlinien es für „Weilenberger Hof III“ gegeben habe. Rund 90 Bauplätze in überschaubare Quartiere einzuteilen, die Wegebeziehung erhalten und für genügend Grün zu sorgen, daran habe man sich orientiert. Nach der jetzigen Planung wird der schmalste Abstand zum Baronenwald etwa 40 Meter betragen: „Ob sich daran noch etwas ändert und sich der Abstand eventuell durch weniger Bebauung noch vergrößern lässt, das müsste im Gemeinderat noch einmal diskutiert werden“, so Mezger. Für die Bürgerinitiative saßen Ulrike Höflinger und Konrad Bauerle auf dem Podium. In ihren Statements betonten sie noch einmal, dass es ihnen vor allem um den Naherholungswert und den Schutz der Natur gegangen sei. Vor der Diskussion hatte Höflinger erklärt, dass „man jetzt erst mal das Ergebnis der Behörden abwarte“, bevor die Bürgerinitiative überhaupt weiter aktiv werde. „Aber dass wir vor das Verwaltungsgericht ziehen, das kann ich mir im Moment eher nicht vorstellen“, sagte sie.

Bürgermeister Matthias Wittlinger sprach von der Grundsatzfrage, ob man in Uhingen Bauland haben wolle oder nicht. Für ihn sei es klar, dass es im Moment kein besseres Gebiet gebe, wenn man beim Bauen den „Flächenfraß“ in Uhingen verhindern wolle. „Und wenn wir bauen, dann ist es natürlich immer ein Eingriff.

Aber es kann doch nicht das St.-Florians-Prinzip gelten. Nach dem Motto: Ja, man muss bauen, aber ja nicht vor meiner Haustür“, so Wittlinger. Und dieses Schlüsselprojekt, bei dem sich die Bürger mit „Uhingen 2030“ auch selbst eingebracht hätten, sei für die Stadt wichtig. Auch habe und werde man die Einwände der Bürgerinitiative mit in die Planungen mit einbeziehen.

„Ich will, dass die Stadt Uhingen attraktiv bleibt, und wenn mir einer sagt, wie das ohne Zuzug funktionieren soll, dann bin ich gerne bereit, wieder darüber zu diskutieren“, so Bürgermeister Matthias Wittlinger bei der Veranstaltung.

Keine zweite Zufahrtsstraße nötig


Zufahrt: Die zweite Zufahrtsstraße zu Weilenberger Hof III ist nach Meinung der Planer nicht nötig. Im Notfall, so Bürgermeister Matthias Wittlinger, gebe es drei Zugänge in das Baugebiet. Die neue Zufahrtsstraße, den Eulenhofweg und den Weg über das Schloss Filseck. In der „Spitzenstunde“ fahren 150 Autos pro Stunde durch die Straße. „Dafür braucht es keine zweite Zufahrtsstraße.“