SPD Bürger fühlen Keller auf den Zahn

Ebersbach / SWP 17.07.2018

So groß war die Zahl der Zuhörer beim letzten Ebersbacher Forum des SPD-Ortsvereins, dass die Teilnehmer vom kleinen in das große Nebenzimmer des Gasthauses „Hecht“ umziehen mussten, wie es in einem Bericht der SPD heißt. Referent des Abends war Bürgermeister Eberhard Keller, der über die ersten elf Monate seiner Amtszeit und seine künftigen Ziele berichtete. In seiner Begrüßung erläuterte Bernd Dobelmann vom Organisationsteam die besondere Stellung der Bürgermeister in Württemberg, die einerseits Vorsitzender des Gemeinderats sind und andererseits Chefs der Verwaltung, die die Beschlüsse des Gemeinderats ausführen muss. Diese Doppelfunktion mache das Amt nicht unbedingt einfacher und erfordere eine besondere Verantwortung.

Eberhard Keller nannte vier Leitprojekte, die die Arbeit in den nächsten Jahren schwerpunktmäßig bestimmen werden. Da sei zunächst das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) mit Bürgerbeteiligung im Stadtlabor. Weitere Punkte sind die Neuorganisation der Verwaltung sowie die Konsolidierung des städtischen Haushalts und der Stadtfinanzen. Und schließlich das Angebot an Plätzen in den Kindergärten und Kinderbetreuungseinrichtungen in Ebersbach.

In der Diskussion mit den Bürgern bezeichnete Keller es als größte positive Überraschung, dass er auf Vorarbeiten zurückgreifen konnte, die sein Vorgänger bereits angelegt hatte. Großen Raum nahm die Frage- und Antwortrunde ein. So war die Sportstättenplanung ein Thema. Ein Sportzentrum auf dem Raichberg sei derzeit nicht finanzierbar, sagte der Bürgermeister. Zum Anwohnerparken in der Kernstadt antwortete er, das Problem sei bekannt, man arbeite an Lösungen. Der Ausbau des Radwegenetzes hingegen liege in der Verantwortung des Landratsamtes. Gefragt wurde nach der Vergabe von Grundstücken in Erbpacht, das sei derzeit nicht lukrativ, sagte er. Bei der Beteiligung der Teilorte an Ebersbacher Festen habe es eine sehr kontroverse Diskussion ohne Ergebnis gegeben.

Insgesamt befürwortet Keller ein Ende des „Weiter so!“ und der „Klein-klein-Lösungen“. Statt langwieriger Einzelfallentscheidungen müssten allgemeingültige Richtlinien mit klaren verbindlichen Strukturen geschaffen werden, die in einem neuen Leitbild zusammengefasst sind.

Info Das nächste Ebersbacher Forum findet am Mittwoch, 14. November, statt. Dann geht es um das Thema „Veränderungen im öffentlichen Nahverkehr“, insbesondere im Filstal. Referent ist Dr. Peter Raue, technischer Geschäftsleiter von Go-Ahead BW, dem künftigen Betreiber der Filstallinie.

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