Kirche Sanierung muss zügig weitergehen

Hohenstadt / Von Thomas Hehn 02.01.2018
Auch weil Brandgefahr droht, muss die Sanierung der St. Margaretha in Hohenstadt bald abgeschlossen sein.

Es wäre doch schade, wenn man 500 000 Euro investiert, und dann brennen sie einfach ab.“ Walter Schwaiger will nicht den Teufel an die  Wand malen. Zumal es ja um eine Kirche geht. Doch dass man bei der weiteren Sanierung von St. Margaretha in Hohenstadt keine  Zeit verlieren sollte, ist nicht  nur dem Zweiten Vorsitzenden des Kirchengemeinderates, sondern auch der Diözesanleitung in Rottenburg bewusst.

Schon bei der Planung im Vorfeld der Renovierung warnten die Experten vor der drohenden Brandgefahr, die von der veralteten Elektrik und vor allem der elektrischen Heizung ausgeht. „Die Heizspiralen unter den Kirchenbänken werden so heiß, dass man einen richtig warmen Hintern bekommt“, erläutert Schwai­ger. Früher konnte man die Heizung noch vom Schaltschrank in der Sakristei aus regulieren. „Aber das funktioniert schon lange nicht mehr.“ Schwaiger fürchtet jetzt, dass durch die Hitze irgendwann die Kirchenbänke zu kokeln beginnen.

Umso mehr freuen sich die Hohenstadter, dass in diesen Tagen aus Rottenburg der nächste Förderbescheid für den zweiten Bauabschnitt zur Sanierung von St. Margaretha ins Pfarrhaus geflattert ist. „Jetzt kann es nahtlos weitergehen“, hofft Schwaiger; dass die Ausschreibung günstige Ergebnisse liefert und man die Handwerker auch zügig auf die Baustelle bekommt. „Die sind mit Aufträgen ja gerade randvoll.“

Bisher können die Hohenstadter hier nicht klagen: Die Gewerke im ersten Sanierungsabschnitt wurden unterm Strich günstiger als erwartet. Statt der veranschlagten 600 000 Euro für die Sanierung von feuchtem Mauerwerk, morschem Dachgebälk, verrosteter Kirchturmuhr, Rissen in der Kuppel sowie einem kompletten Außenanstrich „werden wir nun voraussichtlich bei 500 000 Euro landen“, bilanziert Schwaiger. Nur noch die Pflanzen für die Außenanlagen und das 2,20 Meter hohe Metallkreuz, das Kirchengemeinderat Manfred En­derle gefertigt hat und später den Vorplatz der Kirche schmücken soll, fehlen noch. „Bisher ging alles ohne große Probleme über die Bühne. Es gab weder Unfälle noch unliebsame Überraschungen. Im Gegenteil“, betont Schwaiger und schmunzelt (siehe Infobox).

So reibungslos wie bisher soll die Sanierung auch weitergehen.  Nachdem die Kirche nun von außen dicht ist, steht der komplette Austausch der Elektrik, umfangreiche Gipserarbeiten, eine Lautsprecheranlage sowie Restaurierungen der Deckengemälde, Altar und Heiligenfiguren an. Der Kirchengemeinderat hofft, im Februar die ersten Gewerke für den auf 600 000 Euro veranschlagten zweiten Bauabschnitt vergeben zu können  – und dass die Handwerker möglichst schon im April anrücken. „Ostern wollen wir noch in St. Margaretha feiern. Wäre schön, wenn wir dann zu Weihnachten wieder in die Kirche zurückkehren können“, gibt Schwaiger den Zeitplan vor.

In der Zeit dazwischen sollen die Gottesdienste werktags im Pfarrhaus (Schwaiger: „Dort ist Platz für 45 Personen“), die heiligen Messen an Sonn- und Feiertagen hofft man, im Dorfhaus  feiern zu können. „Das müssen wir aber noch mit Bürgermeister und Gemeinderat klären“, schränkt Schwaiger ein. Der 63-Jährige ist aber zuversichtlich, dass diese Gespräche ebenso erfolgreich verlaufen, wie die Suche nach einer Bleibe für die Kirchenbänke, die während der Innensanierung ausgelagert werden müssen: „Das gibt noch eine Aktion, aber einen Weg findet man in Hohenstadt immer.“

Ein Hahn wird zum Drachen

Eine Überraschung gab’s bei der Sanierung von St. Margaretha doch: So glaubten die Hohenstadter bislang, dass ein Wetterhahn den Kirchturm ziert. An exponierter StelIe der Witterung auf der rauen Alb ausgesetzt, hat das vermeintliche Federvieh irgendwann  den Kopf verloren. Als man nun den Rumpf durch einen neuen Hahn ersetzen wollte, stellte sich heraus, dass der Hahn ein Drache war.

Zu diesem Schluss kam Kirchengemeinderat Manfred Enderle. Als Chorleiter, Organist und auch sonst profunder Kirchen-Kenner erinnerte sich Enderle an die Geschichte der Patronin der  Kirche: Demnach wurde Margaretha von Antiochien nie mit einem Hahn gesichtet, sondern durch den Sieg über den in Drachengestalt erschienenen Teufel berühmt und heiliggesprochen.

Da Kirchen-Faktotum Enderle als gelernter Maschinenschlosser auch noch handwerkliches Geschick besitzt, ist der falsche Hahn längst durch einen aus Kupferblech gelaserten und zu der Legende wieder passenden Lindwurm ersetzt.

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