Börtlingen / Susann Schönfelder Fair gehandelter Kaffee und Tee: Börtlingen will „Fairtrade-Gemeinde“ werden. Die Bewerbung ist verschickt.

Weltoffen sein und dabei nachhaltig und sozial verantwortungsvoll handeln – dieses Ziel verfolgen immer mehr Menschen. Doch auch Städte und Gemeinden können etwas bewegen und ein Zeichen setzen. Börtlingen hat sich vor gut einem Jahr auf den Weg gemacht, „Fairtrade-Gemeinde“ zu werden. Im Arbeitskreis „Rund um’s Dorf“ war damals die Idee aufgekeimt, eine solche Zertifizierung anzustreben – letztlich auch, um als Gemeinde Vorbild zu sein.

Faire Produkte in Gasthaus und Bäckerei

Seit dem Beginn der Kampagne sei ein „turbulentes Jahr“ vergangen, sagt Karin Hess, Gemeinderätin und Schriftführerin der Fairtrade-Steuerungsgruppe Börtlingen. Im Sommer stand ein Infoabend auf dem Programm, die Vereine hätten fairen Kaffee angeboten, das Gasthaus „Löwen“ sei auf fairen Kaffee und Tee umgeschwenkt, zählt Karin Hess auf. Zudem biete die örtliche Bäckerei fair gehandelte Produkte an – trotz erschwerter Umstände mit Neubau und provisorischem Verkaufsstand im Rathaus.

Seminar über Schokolade ausgebucht

Zudem wurden beim Weihnachtsmarkt faire Produkte aus dem Göppinger Weltladen verkauft und die Besucher über fairen Handel informiert. In Sitzungen des Gemeinderats gibt es jetzt fair gehandelten Kaffee sowie faire Bananenchips und Gummibärchen zur Stärkung. „Die sind etwas weicher, aber dafür fruchtiger“, zitiert Karin Hess die Kommunalpolitiker. Auch die Grundschule habe das Thema im Unterricht aufgegriffen. Morgen geht es im Bürgerhaus rund um Schokolade – das Seminar ist aber bereits ausgebucht.

Stabiler Mindestpreis

Bürgermeister Franz Wenka, die Mitstreiter der Fairtrade-Steuerungsgruppe, die Projektpartner und alle Interessierten der 1700-Einwohner-Gemeinde hoffen nun noch auf das Zertifikat „Fairtrade-Kommune“. Die Bewerbungsunterlagen seien vorletzte Woche an den Verein Transfair verschickt worden, sagt Karin Hess. Dieser Verein zur Förderung des fairen Handels verleiht Städten und Gemeinden, die alle Kriterien erfüllen, das Siegel „Fairtrade-Town“. Das Siegel steht für einen stabilen Mindestpreis für Waren und Lebensmittel, der als Sicherheitsnetz dient und die Kosten einer nachhaltigen Anbau- und Produktionsweise sicherstellt. Zusätzlich erhalten die Produzenten die „Fairtrade-Prämie“ zur Finanzierung von Gemeinschaftsprojekten.

Geduld und Vorfreude

„Auf das Ergebnis sind wir natürlich sehr gespannt, werden aber noch ein paar Wochen warten müssen“, erklärt die Schriftführerin. „Voller Optimismus planen wir aber schon eifrig die feierliche Übergabe der Ernennungsurkunde zur ,Fairtrade-Gemeinde’, damit wir endlich offiziell sagen dürfen: ,Börtlingen – klein, aber fair’“, sagt Karin Hess.

Schoko-Werkstatt im Bürgerhaus

Seminar Morgen steht die nächste Veranstaltung rund um Fair Trade in Börtlingen an: Im Bürgerhaus findet eine Schoko-Werkstatt in Kooperation mit dem Göppinger Weltladen und der VHS Göppingen statt. Das Seminar ist allerdings bereits ausgebucht.