Silvesterbilanz Böller-Lärm zum Diebstahl genutzt

SWP 01.01.2018
Zahlreiche Brände, aber keine schweren Unfälle und Gewalttaten gab es offenbar in der Silvesternacht im Kreis Göppingen.

„Es war eine sehr turbulente Nacht mit zehn Einsätzen allein in der ersten Stunde des Jahres.“ So fasste Kreisbrandmeister Michael Reick die Silvesternacht zusammen, bei der neben den Feuerwehren Rettungsdienste, kommunale Ordnungsdienste und die Polizei zahlreiche Einsätze vorwiegend zu Bränden zu bewältigen hatten. Schwere Unfälle und gewalttätige Auseinandersetzungen blieben dagegen weitgehend aus. Auch sind der Polizei nach eigener Aussage bislang „keine Belästigungen mit sexuellem Hintergrund“ bekannt.

„Während weniger Körperverletzungen zur Anzeige kamen, war bei den durch Feuerwerkskörper verursachten Bränden und Sachbeschädigungen eine Zunahme zu verzeichnen“, vermeldete die Polizei.Verirrte Raketen und glühende Reste von abgebrannten Feuerwerkskörpern, aber auch leichtfertig oder absichtlich herbeigeführte Gefahren und Schäden waren die Ursache.

Ein mit Holzabfall gefüllter Bauschuttcontainer stand gegen 4.30 Uhr in Zell unter Aichelberg in Flammen. In Geislingen verletzte sich ein 19-Jähriger gegen Mitternacht beim Abschießen einer Rakete. Diese explodierte aus unbekannter Ursache unmittelbar beim Anzünden. Der Verletzte wurde vom Rettungsdienst in eine Klinik gebracht.

Rund 5000 Euro Sachschaden richteten unbekannte Täter in Gosbach an. Sie warfen gegen 22 Uhr in der Drackensteiner Straße einen Böller in den Briefkasten eines Mehrfamilienhauses. Durch die Wucht der Detonation wurde das Mauerwerk beschädigt. Metallteile flogen rund zehn Meter weit. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich mehrere Jugendliche vor dem Haus auf. Die Polizei sucht Zeugen und Hinweise.

Den Lärm der Böller nutzten Diebe gegen 22.15 Uhr in Eislingen aus. Sie sprengten in der Poststraße einen Zigarettenautomaten und räumten diesen aus. In Heiningen und Göppingen brannten Thujahecken, in denen Feuerwerkskörper gelandet waren.