Strom Böhmenkirch geht in die Energie-Offensive

Die neuen Solarlampen für Treffelhausen.
Die neuen Solarlampen für Treffelhausen. © Foto: Solaris
Böhmenkirch / Thomas Hehn 08.05.2018

Windkraft gibt es rund um Böhmenkirch ja bereits genug. Was bekanntlich nicht jeden in der Albgemeinde begeistert. Auf rückhaltlose Zustimmung (zumindest im Gemeinderat) stößt dagegen eine alternative Energie-Offensive der Gemeinde in Sachen E-Mobilität und Sicherheit. Der  Gemeinderat hat nun einstimmig die Schaffung einer Stromtankstelle befürwortet. Den Zuschlag bekam die ENBW-Tochter ODR, die ihre Ladesäule kostenlos aufstellt. Die Gemeinde muss im Gegenzug nur einen Parkplatz vor dem alten Rathaus zur Verfügung stellen. Neben der ODR hatte das Geislinger Albwerk die gleiche Ladesäule angeboten. Allerdings hätte das die Gemeinde neben dem Parkplatz noch 6252 Euro gekostet. Künftige Kunden müssen allerdings darauf achten, dass sie ihr E-Auto nach dem Ladevorgang umgehend wieder wegfahren:  Die ODR berechnet ihren „Tanktarif“ nicht nach Kilowatt, sondern nach der Zeit an der Ladesäule.  Auch vor diesem  Hintergrund fiel den Räten die Entscheidung für die Offerte der ODR nicht schwer. „Die sollen ja nicht den ganzen Tag parken, sondern tanken und dann Platz für den nächsten machen“,  meinte Eva Eberlein. Vor allem in Großstädten komme es vor, dass Autofahrer den rund drei Stunden dauernden Ladevorgang an der Stromtankstelle dazu benutzten, um die Kosten fürs Parkhaus zu sparen, bestätigte ein Vertreter der ODR.

Bereits eine Sitzung zuvor hatte das Gremium der Montage von drei Solar-Straßenlampen an der Weißensteiner Straße in Treffelhausen zugestimmt. Die Firma Friedel hatte die Verlängerung der Beleuchtung im Gewerbegebiet beantragt, nachdem es in der Vergangenheit zu Diebstählen vom Firmengelände  gekommen war. Für Verwaltung und Gemeinderat Anlass, die schon länger ins Auge gefassten Solarlampen mit einem „Prototyp“ zu testen. Zumal die drei Leuchten mit Montage nur 9000 Euro kosten. Am Stromnetz hängende LED-Leuchten hätten wegen der Verlegung der Leitungen mit 11 625 Euro zu Buche geschlagen. Laut Ortsbaumeister Christoph Müller werden die Solarleuchten selbst bei Nebel mit Strom gespeist.

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