„Wir sind im Zeitplan“, freuen sich sowohl Birenbachs Bürgermeister Frank Ansorge wie auch der Investor, Hans Koch Senior von den Koch Holzwerken in Eislingen. Die gegenüber der ursprünglichen Planung verspätete Fertigstellung des Neubaus hängt mit einem späteren Beginn zusammen, der ursprünglich für Mai 2018 vorgesehen war, dann aber tatsächlich erst Anfang Oktober startete. Für den Bauherrn war das sogenannte Zielabweichungsverfahren verantwortlich für den verspäteten Baubeginn. Denn die Gemeinde musste beim Regierungspräsidium in Stuttgart beantragen, dass die alte Bahntrasse, auf der früher der Zug von Göppingen nach Schwäbisch Gmünd fuhr, nicht mehr als Bahntrasse ausgewiesen wird. Der Radweg auf der bisherigen Trasse wurde verlegt. Denn dort liegt jetzt der Markt.

Tatsächlich sei das Zielabweichungsverfahren trotz Verzögerung nicht Schuld am verspäteten Baubeginn, sagte Ansorge. Vielmehr habe es im Vorfeld viele Kleinigkeiten zu klären gegeben. Unter anderem die Einleitung von Wasser in den Krettenbach. Er sei froh über die Unterstützung, die die Gemeinde bei dem Projekt vom Regierungspräsidium, dem Landratsamt und anderen erfahren habe: „Andere Gemeinden hätten so ein Projekt wegen seiner Komplexität wohl gar nicht erst angefasst“, sagte der Birenbacher Rathauschef. Dazu sei es noch gelungen, den Zeitplan in Rekordzeit umzusetzen: „Im Juli 2016 haben wir angefangen, das Projekt zu diskutieren.“

Froh sind Kommune und Bauherr, dass es gelang, das Dach noch vor Weihnachten auf den Rohbau zu setzen: „Jetzt können wir mit den Gewerken im Inneren arbeiten“, sagte Investor Hans Koch. Und Ansorge bestätigte: „Dort wird jeden Tag gearbeitet.“

Wäre das Dach erst später aufgesetzt worden, hätte es weitere Verzögerungen gegeben. Vor allem dann, wenn eine längere Frostperiode aufgetreten wäre.

In der Amtsstube von Frank Ansorge füllt das Projekt Netto-Markt inzwischen drei Aktenordner. Allerdings hat er die meisten Details inzwischen auch im Kopf. So auch, dass Netto sich durchaus kooperativ zeigte, als es um die Zahl der Parkplätze ging: „60 sind für Netto Standard.“ 54 gibt es bei diesem Markt, inklusive überdachter Einkaufswagenabstellplätze, Behinderten- und Mutter-Kind-Parkplätze.

Trotz seiner knapp 800 Quadratmeter Verkaufsfläche – hinzu kommen Lager, Toiletten und Sozialräume für das Personal – zählt der Supermarkt zu den „kleinflächigen“ seiner Art, der laut Entwicklungsplan der Gemeinden im Regionalplan für Kommunen von der Größe Birenbachs mit seinen rund 2000 Einwohnern ausreiche.

Der früher auf dem Netto-Gelände stehende Supermarkt hatte nach 20 Jahren seine Grenzen erreicht: „Er war nicht mehr zeitgemäß“, stellte Investor Hans Koch klar, der in den Neubau rund zwei Millionen Euro investiert. Netto pachtet das Gebäude, will dann aber auch eine „Gesamtübergabe“, das heißt, es muss alles fertig sein.

Radfahrer müssen auf die Bundesstraße


Umstellung Wegen des Neubaus musste auch der bisherige Radweg, der knapp am Gebäude vorbei lief, verlegt werden. Mit dem provisorischen Radweg, der auf einem Teilstück der B 297 angelegt wurde, tat man sich zunächst etwas schwer.

Sicherheit Zur Sicherheit der Radfahrer wurden zusätzlich Warnbaken aufgestellt und an die verengte Fahrbahn am westlichen Ortsrand mussten sich vor allem die Lkw-Fahrer erst gewöhnen. Die Warnbaken blieben  aber stehen. Und im Frühjahr nach der Fertigstellung des Netto-Marktes werde der Radweg ohnehin wieder verlegt, betont Bürgermeister Frank
Ansorge.