Birenbach Birenbach beugt sich dem Gesetz

Birenbach / JÜRGEN SCHÄFER 09.09.2015
Schwer tat sich der Birenbacher Gemeinderat, eine weitere Kindergartengruppe einzurichten, die alle Betreuungsformen anbietet.

Stolz ist der Birenbacher Gemeinderat, dass er den Kindergarten frühzeitig auf neue Standards gebracht habe und gut dastehe: "Ich höre, die Kinderbetreuung sei bei uns besser als an anderen Plätzen", so Bürgermeister Frank Ansorge. Aber jetzt muss die Gemeinde sparen. Eine neue Gruppe muss her, eigentlich schon zum 1. September, und das kostet Geld, das die Gemeinde dreimal herumdrehen muss. Der Gemeinderat wollte das Angebot begrenzen: Bei einer Regelgruppe mit Öffnungszeiten, wie sie früher üblich waren, komme man mit 1,8 Stellen aus. Bei verlängerten Öffnungszeiten und Ganztagesbetreuung braucht es eine Stelle mehr.

Der Gemeinderat habe keine Wahl, sagte Ansorge. Der Gesetzgeber schreibe ihm vor, dass Eltern Anspruch auf erweiterte Betreuungsformen hätten. Margarete Ritz ärgerte sich: Die lange verschlafene Familienpolitik komme den Kommunen jetzt so. "Wir werden im Regen stehen gelassen."

Kann man den Kindergarten so organisieren, dass die zusätzliche Gruppe nur Regelzeit hat? Darin vermutete nicht nur Heiner Späth die Lösung. Kinderhaus-Leiterin Bettina Jauß widersprach. Immer wieder ändere sich der Betreuungsbedarf einzelner Kinder. Sei es, dass er höher werde, weil die Mutter jetzt arbeite, oder auch niedriger, weil sie wieder schwanger sei. In der neuen Gruppe werde das nicht anders sein. Jauß will die Kinder auch nicht ständig neu zusammenwürfeln, sie sollten in ihrem vertrauten Umfeld bleiben. "In beiden Gruppen sind die Zeiten gemischt, die Kinder können hin- und herwandern." Jauß warnte auch: Ohne zusätzliches Personal könne sie die erweiterte Betreuung für Krippenkinder, die in den Kindergarten wechselten, nicht erfüllen.

Armin Wiedemann bekannte, dass er das System nicht verstehe. Er müsse es aber dem Bürger erklären können. Jauß lud die Räte zu einer Besichtigung ein.

Erst nach einer Beratungspause akzeptierte das Gremium bei einer Gegenstimme (Gunter Geiger) die Betreuungsformen der künftigen Gruppe. Matthias Kaleyta lobte die Flexibilität: Die Betriebserlaubnis wird auf zwei Jahre beantragt, die Arbeitsverträge sollen nur auf ein Jahr geschlossen werden. So könne man auf veränderten Bedarf reagieren.

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