Leseförderung Bibliothek und Schulen besiegeln Zusammenarbeit

Bibliotheksleiterin Alexandra Schmid (3. v. l.)zeigt die Kooperationsvereinbarung. Für das Schulzentrum unterschrieb die stellvertretende Leiterin des Gymnasiums, Liliane Jeutter (2. v. l.).
Bibliotheksleiterin Alexandra Schmid (3. v. l.)zeigt die Kooperationsvereinbarung. Für das Schulzentrum unterschrieb die stellvertretende Leiterin des Gymnasiums, Liliane Jeutter (2. v. l.). © Foto: Staufenpress
Ebersbach / TOBIAS FLEGEL 20.07.2018

Vertreter des Schulzentrums auf dem Raichberg und der Stadtbibliothek Ebersbach haben am Mittwoch eine engere Zusammenarbeit als bisher schriftlich besiegelt. Die am Vormittag geschlossene Kooperationsvereinbarung zielt darauf ab, Gymnasiasten und Realschüler für das Lesen und für die Stadtbibliothek zu begeistern. Zu diesem Ziel beitragen soll mindestens ein verbindlicher Besuch der Bibliothek in jeder der Klassenstufen fünf bis sieben. Die Vereinbarung gilt zunächst für zwei Jahre.

Die Besuche dienen in erster Linie dazu, den Schülern zu zeigen, wie sie sich in der Bibliothek zurechtfinden. Der stellvertretenden Leiterin des Raichberg-Gymnasiums, Liliane Jeutter, zufolge gewinnen Bibliotheken zunehmend als außerschulischer Lernort an Bedeutung. Manche Schüler wichen in die Einrichtungen aus, weil es daheim zu eng oder laut für konzentriertes Lernen sei.

Die Bibliotheksbesuche sind aber nicht die einzigen Absprachen, die die Vereinbarung zur Leseförderung enthält. Die Bücherei stellt außerdem Kisten mit aktuellen Kinder- und Jugendbüchern für die Realschule und das Gymnasium zusammen. Die Werke können sich die Schüler aus einem Regal im Aufenthaltsraum nehmen und vor Ort lesen. Nicht im Schulzentrum, sondern in den eigenen vier Wänden will die Bibliothek dagegen Lektürehilfen anbieten, mit denen sich Gymnasiasten und Realschüler auf Prüfungen vorbereiten können.

Schüler lernen in Bibliotheken

Weiterhin beabsichtigt die Bibliothek, Lesungen nicht nur bei sich, sondern in den beiden Schulen auf dem Raichberg zu veranstalten. Alle diese Vorhaben gehören zu den Eckpunkten der Vereinbarung, die aber verändert werden können. „Der Vertrag ist nur eine Richtlinie“, sagt die stellvertretende Bibliotheksleiterin, Cornelia Rieger. Es gäbe viele Möglichkeiten und viel zu tun.

Den Anstoß zu der Übereinkunft gab die Stadtbibliothek. Nach Angaben ihrer Leiterin Alexandra Schmid ist es schon lange Ziel der Einrichtung, Kinder früh ans Lesen heranzuführen und die Auseinandersetzung mit dem geschriebenen Wort bis in die Sekundarstufe zu befeuern. Doch während Kindergärten und Grundschulen die Angebote der Bibliothek intensiv nutzen, bröckelte zuletzt das Interesse bei Lehrern der weiterführenden Schulen. „Somit kamen wir auf die Idee einer schriftlichen Vereinbarung“, erklärte die Leiterin der Bibliothek im März. Ihrer Einrichtung sei wichtig, dass die Übereinkunft eine „gewisse Verbindlichkeit“ habe und dass alle Kinder aus Ebersbach und Umgebung das gleiche Angebot bekämen, fügte Alexandra Schmid am Mittwoch hinzu.

Einen gewissen Druck zum Lesen hält auch die stellvertretende Leiterin des Raichberg-Gymnasiums für angebracht. „Wir merken, dass die Schüler wegen der vielen Freizeitangebote nicht mehr so viel lesen wie früher“, sagte Jeutter. Die Auswirkungen dieses Rückgangs seien an bisweilen recht einfach konstruierten Sätzen in Abiturarbeiten abzulesen. Jeutter unterzeichnete die Vereinbarung stellvertretend für das Gymnasium und die Realschule.

Gültig wurde der Vertrag mit den Unterschriften der Partner, doch ihren Absprachen kommen sie schon seit Monaten nach. Diese Woche empfing die stellvertretende Bibliotheksleiterin Cornelia Rieger Klassen von der Realschule, im Juni kamen Fünft- und Sechstklässler vom Gymnasium und im Frühjahr ebenfalls Sechstklässler vom Gymnasium. „Die Kinder waren nach jedem Bibliotheksbesuch begeistert“, berichtete Jeutter. Mit ihrer Zusammenarbeit wollen Schule und Bibliothek dazu beitragen, dass diese Euphorie für das Lesen nicht abebbt.

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