Dürnau Beschilderung bei Dürnau bleibt verwirrend

Der Feldweg zwischen Dürnau und Heiningen ist ganz unterschiedlich beschildert, je nachdem, aus welcher Richtung man kommt.
Der Feldweg zwischen Dürnau und Heiningen ist ganz unterschiedlich beschildert, je nachdem, aus welcher Richtung man kommt. © Foto: INGE CZEMMEL
Dürnau / INGE CZEMMEL 21.03.2014
Die für Verwirrung sorgende Beschilderung auf dem Weg über die Felder zwischen Dürnau und Heiningen ist im Dürnauer Gemeinderat ein Dauerbrennerthema, das manchem Ratsmitglied langsam lästig wird.

"Mir steht das Thema da oben", erklärte Kurt Eitle mit einer eindeutigen Bewegung Richtung Unterlippe. "Davon schwätzen wir jetzt schon seit 25 Jahren." Grund der erneuten Diskussion: ein Antrag von Außenbereichsanliegern, auf Änderung der vorhandenen Beschilderung auf Dürnauer Gemarkung. Deren Sinn offenbare sich nur Menschen, die sich durch ständige Eigenrecherche über die aktuell herrschende Rechtssprechung und deren Kommentierung zum Straßenverkehr auf dem Laufenden halten, so wurde in der Sitzung deutlich. Diese widersprechen laut der Dürnauer Verwaltung nämlich selbst der Aussage des Polizeipostens Heiningen, wo man aufgrund der Beschilderung auf dem Feldweg zwischen der Gärtnerei Höfer und Heiningen lediglich den rein landwirtschaftlichen Verkehr als zulässig ansieht. Von Heiningen her steht nämlich ein Verbotsschild für Krafträder und Kraftfahrzeuge aller Art mit dem Zusatz "land- und forstwirtschaftlicher Verkehr frei".

Da es selbst die Polizei nicht weiß, dürfte auch sonst kaum jemandem klar sein, dass die herrschende Rechtsprechung dem landwirtschaftlichen Verkehr eindeutig auch die "landschaftliche Selbstvermarktung" zuordnet. Die Hofladenkundschaft der hinter der Gärtnerei liegenden Höfe darf die Strecke also nutzen. Der Pferdehof und andere Gewerbebetriebe hingegen dürfen aus Richtung Heiningen nicht angefahren werden. Da sie im Sinne des Bau- und Gewerberechts keine Landwirtschaft sind, müssen sie von Dürnau aus angesteuert werden. Hier wiederum steht ein rot umrandetes Schild mit der Inschrift "6 t" mit dem Zusatz "Frei für Anlieger bis Gärtnerei Höfer". Können nun also Fahrzeuge unter sechs Tonnen generell den Weg nach Heiningen benutzen, wogegen Anlieger nur bis zur Gärtnerei, dafür aber mit schwereren Fahrzeugen fahren dürfen? An der Gärtnerei Höfer wird klar: Durchfahren ist nicht. Plötzlich versperrt ein "Durchfahrt verboten" den Weg nach Heiningen. Hier endet nämlich rechtlich die Gemeindeverbindungsstraße und es beginnt der Feldweg, der nur dem land- und forstwirtschaftlichem Verkehr vorbehalten ist.

Darf nun, wer von Dürnau kommend Eier in einem Hofladen erstanden hat, nach herrschender Rechtssprechung bis Heiningen durchfahren oder nicht? Es steht zwar zu bezweifeln, dass das von den Antragstellern geforderte "Anlieger frei" von Dürnau her für mehr Durchblick sorgt.

Der Gemeinderat beschloss jedenfalls, trotz der Sorge ansteigenden Schleichverkehrs, es versuchsweise für ein Jahr mit einem solchen Schild zu probieren. Ob es allerdings tatsächlich aufgestellt wird, muss die Verkehrsschau entscheiden. Über die "herrschende Rechtsprechung" und die Bedeutung der anderen Schilder will die Verwaltung nun im Gemeindeblatt informieren.

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