Integration Berührende Geschichten

Eislingen / swp 10.08.2018

Berührende und eindrucksvolle Geschichten von Vertreibung und Ankommen in der neuen Heimat hörten rund 70 Besucher von zwei Zeitzeugen aus Böhmen und Österreich bei der Auftaktveranstaltung der Reihe „Meine Wurzeln“. Empfangen wurden die Gäste am ersten Abend passend zum Thema mit Melodien aus Böhmen und Österreich und mit Fingerfood aus der alten Heimat der Zeitzeugen.

„Das Schlimmste war, dass die Tschechen im Lager uns nichts zu Trinken gaben. Das Schönste war, dass andere Tschechen im Lager uns Brot gaben“, sagte Josef Pilsner. Pilsner berichtete im Gespräch mit der Integrationsmanagerin Renate Völlinger über seine Kindheit in Fürstenhut in Böhmen, seine Vertreibung aus dem Dorf seiner Kindheit durch die Tschechen, die Trennung von seinen Eltern, die in einem anderen Lager interniert wurden, das dann folgende Lagerleben unter der Knute der Bewacher, um dann letztendlich im Bayerischen eine Schreinerlehre beginnen zu können.

Durch die Familienzusammenführung, die durch das Rote Kreuz im Jahr 1952 gelang, kam Josef Pilsner nach Holzheim, wo er wiederum in einer Schreinerei Arbeit fand. Danach war er zwei Jahrzehnte freigestelltes Betriebsratsmitglied der Firma Jung in Göppingen.

Die Geschichte von Ilse Baresch erzählt von einer Vertreibung, verursacht durch ihre Liebe zu einem Deutschen. Dass sie ihn geheiratet hatte, genügte, um sie aus Österreich auszuweisen. Die Anfänge waren schwer: ein kleines Zimmer bei den Schwiegereltern, unterqualifizierte Arbeit für beide und überall Essensknappheit nach dem Krieg. Mit dem Aufbau einer Existenz als Steuerberater hatte man es endlich geschafft, um die Familie ordentlich zu ernähren.

Der Erfolg dieser Veranstaltung sei zum einen durch die beiden authentischen Protagonisten gewährleistet, zum anderen durch die sachkundige und einfühlsame Moderation durch die Integrationsmanagerin Renate Völlinger und die hervorragende Organisation des gesamten Teams mit Integrationsmanager Veit Hagl, Seniorenberaterin Heide Daiss und Christina Szalontay aus dem Sachgebiet Soziales, teilt die Stadtverwaltung mit. Die  Bäckerei Michael Kauderer und die Metzgerei Heger spendierten für den Abend Spezialitäten. Bei Bauernbrot und Rauchfleisch griffen die Besucher gerne zu und ließen den Abend ausklingen.

Info In der Veranstaltung am 24. September ab 17 Uhr im Foyer der Stadthalle werden zwei Flüchtlinge, aus dem Mittleren Osten ihre Fluchtgeschichte erzählen.

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