So einen Tag gab’s noch nie für den Kindergarten von Dürnau und Gammelshausen. 20 Jungs und Mädchen haben Fußballweltmeister Thomas Müller kennengelernt. Und das, was ihn in seiner Freizeit begeistert: Pferde. Der Weltmeister und seine Frau Lisa haben ein Gestüt mit 50 Pferden. Er ist der Züchter, sie die erfolgreiche Reitsportlerin. Und für die kleinen und großen Gäste aus dem Kreis Göppingen haben sich die Müllers richtig Zeit genommen, berichtet der Gammelshäuser Bürgermeister Daniel Kohl. „Es war ein richtig toller Tag.“

Der ist dem Kinderhaus von Dürnau und Gammmelshausen zugeflogen. In Dürnau wohnt nämlich René Otterbein, der Hauptorganisator des Landwirtschaftlichen Hauptfestes in Stuttgart. Das findet diesen Herbst zum 100. Mal statt. Und zum Jubiläum soll es etwas Besonderes geben: „100 Pferde für 100 Kindergärten“ lautet die Devise. „Wir fördern damit spielerisch die Beziehung von Kindern und Tieren“, sagt der Vizepräsident des Landesbauernverbands, Hans-­Benno Wichert. Über die Kindergärten sollte jedes Kind die „Faszination Pferd erleben“, wünscht sich Pferdezüchter Thomas Casper vom Birkhof bei Donzdorf. Er hat seine Geschäftspartner im In- und Ausland, die Müllers in Bayern gehören dazu. Und so kam es wohl, dass der Weltmeister und seine Frau sich als Paten für die Aktion „100 Pferde für 100 Kindergärten“ zur Verfügung stellten. Sehr zur Freude der Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart. Tiere, Tiere, Tiere – die Faszination Pferd kam bei den Besuchern an. „Die Kinder haben’s genossen“, erzählt Kohl. Er sah leuchtende Augen bei dem Rundgang im „Riesenhof“ der Müllers. Die Kinder lernten eine Menge über Pferde. Sie durften ihnen Mohrrüben geben und auch mal auf einem Pony sitzen. Und weil es ja heißt, 100 Pferde für 100 Kindergärten, bekamen sie ein Holzpferd mit nach Hause. Weltmeister Müller saß Probe. „Etwas zu klein für mich, aber man sitzt bequem“, meinte er, und half den Kindern beim Aufsteigen.

Das Holzpferd ist jetzt die Attraktion im „Kinderhaus der kleinen Füße“, weiß Bürgermeister Kohl, der den Verband Dürnau-Gammelshausen repräsentierte. „Die Kinder stehen Schlange, jeder will drauf sitzen.“ Ein Striegelkoffer ist auch dabei, schließlich will das Pferd gepflegt sein. Gesucht wird noch ein Name. „Lisa“ ist heißer Kandidat – in Erinnerung an den Nachmittag bei den Müllers.

Um König Fußball ging es wenig – die Pferde standen im Vordergrund, berichtet Kohl. Aber dann doch bei einer Autogrammstunde von Thomas und Lisa Müller. Einer der Jungs richtete einen Gruß von seinem Vater an den Weltmeister aus: „Du spielst super“. Auf Fußballalben hat er sich verewigt. Und beide auch auf anderem: Die Kinder aus Dürnau und Gammelshausen haben jetzt T-Shirts, Trikots, Bücher und Fotoalben mit den Autogrammen der beiden Müllers.

Und wer weiß – vielleicht gibt es ein Wiedersehen. Kohl hat die beiden „unglaublich sympathischen“ Gastgeber gleich mal ins schöne Voralbgebiet eingeladen, und die Gammelshäuser wussten auch zu werben: „Wir haben auch einen Almabtrieb.“