Fest Beim Milch- und Honigfest zur Königin gekürt

Göppingen / Werner Schmidt 24.07.2018
Das Milch- und Honigfest musste dieses Mal ohne Milch auskommen – dafür gab es vom flüssigen Gold umso mehr.

Waldhonig ist dieses Jahr rar, Blütenhonig allerdings haben die Bienenvölker im Kreis Göppingen ausreichend erzeugt, erfuhren die Besucher des Milch- und Honigfestes auf dem Hohenstaufen. Es fand am Sonntag zum vierten Mal statt.

Zugegeben – dieses Mal war der Honig überrepräsentiert. Milch gab es keine, denn der Waldeckhof, der sonst immer für die Verarbeitung der Milch zuständig war, musste in diesem Jahr absagen. Den Mitarbeitern war ein anderer Termin in die Quere gekommen. Also sollten Ziegen her, denn Ziegenkäse ist durchaus eine Gourmetvariante. Der Ziegentransporter hatte jedoch eine Panne. Aber dafür waren die Esel von Harald Walz von der Zachersmühle präsent. Die begnügten sich mit dem frischen Gras zwischen den Besuchern. Gut, sie gaben keine Milch, weil alles Wallache waren. Dafür fraßen sie auch keinen Honig.

Den erzeugt Alexandra Stahl aus Göppingen seit zwei Jahren. Sie ist so etwas wie eine Newcomerin in der Imkerei. Sie wäre nicht böse, wenn man schriebe, sie sei zur Imkerei gekommen wie die Jungfrau zum Kinde, sagt sie. Tatsächlich aber sei ihr Interesse an der Natur schon immer sehr ausgeprägt gewesen. Und als eine Freundin die Imkerei aufgab und ihr die Bienenkörbe schenkte, habe sie die heimliche Liebe nun auch offenbart.

Sie habe sich eine Wiese außerhalb der Stadt gepachtet und dort ihre sechs Völker aufgestellt. „Auch in der Stadt kann man Honig produzieren. Trotz der Autoabgase und des Lärms finden die Bienen ihre Nahrungsquellen wie Linden und Akazien“, erklärt Alexandra Stahl.

Alexandra Stahls „Lehrer“ in Sachen Imkerei, Roland Erker, bestätigt, dass die Stadtimkerei durchaus ihre Berechtigung habe und es inzwischen sogar universitäre Forschungsvorhaben dazu gebe.

Die NWZ unterstützt das Fest, mit dem auf die Natur und die Leistungen der Bienen aufmerksam gemacht wird. Die NWZ-Serie „Artenvielfalt erhalten“ in Kooperation mit dem örtlichen Naturschutzbund (NABU) passe genau in das Konzept, und der Hohenstaufen als „schönster Berg der Welt“ sei ein wunderbarer Platz, um sich sowohl um die Natur als auch die Heimat zu kümmern, sagte Helge Thiele am Sonntag bei der Veranstaltung. Der Redaktionsleiter der NWZ hatte sich bereit erklärt, die Krönung der neuen „Bienenkönigin“ Jannika Gremmer zu übernehmen. Die Neunjährige aus Hohenstaufen war Siegerin eines Wettbewerbs, bei dem es darum ging, ein Bild zum Thema Bienen zu malen – möglichst ohne Unterstützung der Eltern – und die Frage zu beantworten, wie Bienen sich ertragreiche Futterplätze mitteilen. Jannika überzeugte die Jury. In der Schule habe sie gelernt, dass Bienen, die einen ertragreichen Futterplatz fanden, dies mit einem „Schwänzeltanz“ ihren Artgenossen im Bienenstock mitteilen. Als Gewinnerin wurde Jannika mit Schärpe, Krone und einer Kette zur „Bienenkönigin“ gekrönt.

Derweil spielten im Hintergrund die Bläser der Jugendmusikschule Göppingen. Und erstmals war auch die Jugendmusikschule aus Schwäbisch Gmünder mit von der Partie: Schließlich sieht man den Hohenstaufen von beiden Seiten.

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