Hohenstadt Bei Eltern rumort es

Das war einmal: Heute tummeln sich in der Pause keine Schüler mehr auf dem Hof der Grundschule in Hohenstadt. Foto: Archiv
Das war einmal: Heute tummeln sich in der Pause keine Schüler mehr auf dem Hof der Grundschule in Hohenstadt. Foto: Archiv
MARGIT WEBER 22.03.2014
In Hohenstadt rumort es: Nach dem Verlust der Grundschule überlegen sich die Eltern, ihre Kinder statt nach Westerheim in andere Grundschulen zu schicken. Schulamtsleiter Mäder nahm dazu jetzt Stellung.

"Unzufriedenheit mit der Grundschule Westerheim - Klärung und Sachstandsbericht" stand auf der Tagesordnung der Sitzung des Hohenstadter Gemeinderates am Dienstag. Der leitende Schulamtsdirektor des staatlichen Schulamts Biberach, Wolfgang Mäder, war eigens nach Hohenstadt gekommen, um zur Thematik Stellung zu nehmen. Auch Westerheims Grundschulleiter Günter Knaupp und Bürgermeister Hartmut Walz waren als Zuhörer anwesend.

Trotz einstündiger Debatte über das "sehr emotionale und heikle Thema", so Bürgermeister Günter Riebort eingangs, kamen die Gründe für die Unzufriedenheit dann aber nie direkt zur Sprache. "Es ist sehr ruhig geworden hier im Gebäude", konstatierte der Schultes nur. Die Schließung der Grundschul-Außenstelle in Hohenstadt aufgrund des demografischen Wandels sei sehr schmerzlich. Einige Eltern seien mit der Situation sehr unzufrieden, mehr sagte Riebort nicht. Offenbar überlegen Eltern, ihre Kinder in andere Grundschulen zu schicken. Infrage kommen Gosbach, Mühlhausen, Merklingen, Wiesensteig und Nellingen. "Alle würden weitere Schüler mit Handkuss aufnehmen", so Riebort. Durch die Schulbezirke sei aber festgelegt, in welche Grundschule die Kinder gehen. "Und dies wird wohl auch in Zukunft so bleiben", betonte der Schulamtsdirektor. Wenn Hohenstadt den Schulvertrag mit Westerheim kündige, werde das frühestens zum Schuljahr 2015/2016 wirksam. Außerdem müssten Schulamt und Kultusministerium der Kündigung zustimmen.

Anschließend erläuterte der Schulamtsdirektor den anstehenden Wandel im Schulsystem. Demnach gelten ab 1. August neue Grundlagen für Ganztagesschulen an Grundschulen. So müssen für eine Genehmigung mindestens 25 Kinder aus der Schule an der freiwilligen Ganztagsbetreuung teilnehmen. Gemeinderätin Sandra Beil sieht die Wahlmöglichkeit der Eltern eingeschränkt: Schon anhand der Stundenzahlen sei an drei Nachmittagen Unterricht, der nicht abwählbar sei. Dies schloss Mäder aus. Einen weiteren Nachteil sieht Beil in den schlechten Busverbindungen, die mit langen Wartezeiten verbunden seien. Dann müsse das Landratsamt eben die Fahrpläne ändern. "Der Bedarf an Ganztagesbetreuung wird bei den Grundschulen nicht halt machen - das sehen wir an der Nachfrage bei Kitas und Krippen", unterstrich Mäder. Bürgermeister Riebort sieht hier allerdings große Unterschiede zwischen der Stadt und dem ländlichen Raum. Er sei sich nicht sicher, ob die Politik hier alles richtig sehe.

Wie es an der Werkrealschule Heroldstatt weitergehe, war eine weitere Frage. Wenn eine Schule nicht mindestens 16 Anmeldungen an zwei aufeinanderfolgenden Jahren für die 5. Klasse habe, dürfe sie keine Schüler mehr aufnehmen, erläuterte Mäder. Im laufenden Schuljahr waren es gerade mal elf Anmeldungen. Man müsse abwarten, wie es in diesem Jahr aussieht. Hintergrund für die Misere seien wohl die fehlenden Grundschulempfehlungen. "Wenn etwas nicht funktioniert, dann sollte auch einer von euch hinstehen und zugeben, dass es nicht geklappt hat", kritisierte darauf Hermann Hettrich. Da der Schulamtsdirektor zu einer Präsentation der Gesamtschule Laichingen musste, war die Diskussion hier beendet.