Lauterstein Bedenken gegen Windpark

Bisher steht erst der Windmessmast, in einigen Jahren könnten sich auf den teils bewaldeten, teils kahlen Flächen oberhalb von Weißenstein bis zu 22 Windräder drehen.
Bisher steht erst der Windmessmast, in einigen Jahren könnten sich auf den teils bewaldeten, teils kahlen Flächen oberhalb von Weißenstein bis zu 22 Windräder drehen. © Foto: Dirk Hülser
DANIEL GRUPP 15.07.2014
Gegen drei Anlagen des Windparks Lauterstein hat die Stadt Schwäbisch Gmünd Einwände. Auch die Gemeinde Bartholomä hat im Anhörungsverfahren Kritik geäußert. Sie lehnt den benachbarten Windpark ab.

Bis zu 22 Windkraftanlagen, so die derzeitige Planung, werden im Bereich Kohlhau auf Lautersteiner Gemarkung aufgestellt. Der Stadt Schwäbisch Gmünd ist der geplante Windpark zu groß. Drei Anlagen sollten nicht gebaut werden, forderte Oberbürgermeister Richard Arnold im Gemeinderat. Es gehe um die drei Anlagen in der Nähe des Zwerenbergs, der Fläche südöstlich des Bernhardus. Dieser Bereich liegt dem Gmünder Ortsteil Degenfeld besonders nahe. Die Windräder sollen größeren Abstand zum Albtrauf halten. So sei es in der Region Ostwürttemberg üblich.

Der Gemeinde Bartholomä, die ans Windparkgelände auf dem Zwerenberg grenzt, ist die Zahl der Windkraftanlagen zu hoch. Das Landschaftsbild mit dem Albtrauf werde erheblich gestört. Bürgermeister Thomas Kuhn fordert einen größeren Abstand zum Albtrauf und zur Gemarkungsgrenze.

Flächen für Windpark liegen in Grüngürtel

Die Lautersteiner Fläche liegt im Kreis Göppingen. Deswegen ist nicht die Region Ostwürttemberg für die Genehmigung des Windparks zuständig, sondern der Verband Region Stuttgart (VRS) und das Göppinger Landratsamt. Die Region ermöglicht mit der Teilfortschreibung des Regionalplans die Nutzung dieser Flächen. Sie liegen nämlich in einem Grüngürtel, der bei derzeitiger Rechtslage tabu wäre. Das Fortschreibungsverfahren ist noch nicht beendet. Damit dennoch gebaut werden kann, hat das Regierungspräsidium Stuttgart im Vorgriff ein "Zielabweichungsverfahren" genehmigt, um den Schutz des Grünzugs für Windräder aufzuheben. Dagegen werde aber vor dem Verwaltungsgericht geklagt, berichtet Steffen Hoyler vom Umweltschutzamt des Landratsamts.

Hoyler arbeitet in der Abteilung Immissionsschutz, bei der das Genehmigungsverfahren für den Bau der Windräder angesiedelt ist. Derzeit können die "Träger der öffentlichen Belange" Anregungen und Bedenken äußern. Das sind Kommunen und Behörden, aber auch Verbände. Es melden sich die Flugsicherung, der Wetterdienst, Umweltschützer, aber auch Städte wie Schwäbisch Gmünd, berichtet Hoyler. Er erwartet, dass er Anfang August alle Stellungnahmen erhalten hat. Danach müsse der Antragsteller, im Lautersteiner Fall der Investor WPD Onshore, unter Umständen seine Unterlagen nachbessern.

Im Herbst werde ein öffentlicher Erörterungstermin folgen. Der steht auch den Bürgern offen. Danach bewerten Hoyler und seine Kollegen alle Informationen und legen fest, auf welchen Flächen und unter welchen Bedingungen tatsächlich gebaut werden darf. In dieser Phase könnte sich die Zahl der Standorte weiter verringern. Wer das Ergebnis nicht hinnehmen will, kann danach die Gerichte anrufen.

Belastung mit Straßenschäden

Auch die Stadt Lauterstein hat sich geäußert. Sie fordert zum Beispiel eine Erschließungsvereinbarung mit der WPD, weil wegen der hohen Belastung mit erheblichen Straßenschäden zu rechnen sei. Zudem fordert die Stadt ein besseres Brandschutzkonzept. Ein großflächiger Waldbrand würde die Leistungsfähigkeit der Lautersteiner Feuerwehr übersteigen. Die Stadt regt daher an, für das erforderliche Löschwasser eventuell einen Löschwasserteich unweit der Windräder bei Ruppertstetten anzulegen. Zu regeln sei auch der Winterdienst.

Als Naturausgleich für den Windpark sollen freie Flächen aufgeforstet werden. Die Stadt lehnt es aber ab, wenn dadurch der Wald weiter ins Tal rückt. Der Lautersteiner Windpark ist laut Hoyler bisher der einzige im Kreis, für den ein Genehmigungsantrag läuft. Für andere Flächen gebe es allenfalls Anfragen. Für die Schurwald-Standorte müsse das Umweltministerium des Landes erst noch festlegen, wie ein Genehmigungsverfahren über die Bühne gehen wird, weil drei Standorte im Kreis Göppingen und drei im Rems-Murr-Kreis liegen, erläutert Hoyler.