Landwirtschaft  Bauern fordern mehr Augenmaß in Politik

Kreis Göppingen / SWP 14.03.2018

Mehr Augenmaß sei nötig, um die Vielfalt in der süddeutschen Landwirtschaft zu erhalten. Dazu seien Konzepte erforderlich, welche auch von landwirtschaftlichen Familienbetrieben umgesetzt werden können. Das betonte Walter Heidl laut einer Pressemitteilung beim Kreisbauerntag  des Kreisbauernverbandes Göppingen in der Stadthalle in Donzdorf.

Der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) sprach über das Thema „Unsere bäuerliche Landwirtschaft zwischen Gesellschaft, Politik und Markt“. Fein unterscheidet Heidl zwischen veröffentlichter und öffentlicher Meinung. „Wir Bauern haben in der Öffentlichkeit sehr gute Imagewerte“, freut er sich. In der veröffentlichten Meinung dagegen würden die Landwirte öfters für vieles verantwortlich gemacht, verweist der DBV-Vizepräsident auf die bereits zweimal zur „Unstudie des Monats“ titulierten Untersuchung zum „Insektensterben“. Diese fragliche „Auszeichnung“ habe sie von Wissenschaftlern wegen ihrer Schwächen in der Methodik erhalten.

Sicherlich habe auch die Landwirtschaft ihren Anteil am Artenrückgang. Zugleich aber eben auch die anderen Wirtschaftszweige und alle Bürger, fordert Heidl „Sachlichkeit und Fairness“ in der Diskussion ein.

Mit Blick auf den Brexit und die neuen Herausforderungen Herausforderungen wie Grenzsicherung und Migration zu forderte Heidl: „Wir müssen jetzt in den Wirtschaftsstandort Deutschland investieren. Jeder siebte Arbeitsplatz im ländlichen Raum ist in der Agrar- und Ernährungsbranche angesiedelt“, erklärte der bayerische Bauernpräsident. „Wir brauchen beides, die Vermarktung in der Region und den Export“, betonte Heidl. In anderen Branchen würde das nicht infrage gestellt, verweist er beispielhaft auf die Automobilindustrie.

Weide oder Wolf?“ Das ist für den bayerischen Bauernpräsidenten keine Frage. Ob es in Bayern, Baden-Württemberg oder anderen Ländern ausreichend Lebensraum für den Wolf gebe, dagegen schon. Deshalb begrüßte er die „klare Aussage zum Wolf“ im Koalitionsvertrag: „Die Weidetierhaltung ist aus ökologischen, kulturellen und sozialen Gründen sowie zum Erhalt der Artenvielfalt und Kulturlandschaft zu erhalten. Im Umgang mit dem Wolf hat die Sicherheit der Menschen oberste Priorität.“

Als „Unsinn“ hatte der Vorsitzende des Kreisbauernverbands, Hermann Färber in seiner Einführung die derzeit oft praktizierte Art des naturschutzrechtlichen Ausgleichs für Infrastrukturmaßnahmen wie Straßen- oder Siedlungsbau bezeichnet. Ein Thema, das den Landwirten immer mehr unter den Nägeln brenne. Dankbar ist er dagegen für die Frosthilfe des Landes im vergangenen Jahr, die sich mittlerweile in der Auszahlung befinde.

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