Wäschenbeuren Baudisch investiert 6,3 Millionen Euro in Produktions- und Büroflächen

PM 15.07.2015
Baudisch Electronic in Wäschenbeuren hat ihre Kapazitäten mit einem dreigeschossigen Neubau um 3600 Quadratmeter Fläche mehr als verdoppelt. Das Unternehmen bietet bis zu 110 Mitarbeitern Platz.

Aktuell beschäftigt Peter Baudisch, der dieses Jahr bereits 13 neue Arbeitsplätze geschaffen hat, 65 Mitarbeiter. "Wir sind Ende 2014 aus allen Nähten geplatzt", schildert der Inhaber die zurückliegende Zeit, die er mit einer angemieteten Halle überbrückte. Entsprechend dankbar ist der 50-Jährige, dass sein Baudienstleister "das Megagebäude in rekordverdächtigen sechs Monaten bis Dezember teilbezugsfertig gemacht hat."

Die Goldbeck Süd GmbH, auf die Baudisch wegen deren ästhetischer Firmenrepräsentanz an der A5 in Hirschberg aufmerksam geworden war, realisierte sein Bauvorhaben mit ihrer Stuttgarter Niederlassung. Dabei war die Herausforderung, deren Systembauweise auf seine individuellen Wünsche und das Baufenster abzustimmen. Entstanden ist ein anspruchsvoller Längskörper entlang der Kreisstraße mit 800 Quadratmetern Grundfläche, der auf drei Etagen die Produktion beherbergt.

Davon geht in einem 50-Grad-Winkel ein 400 Quadratmeter umfassender Flügel ab, der im Erdgeschoss als Herzstück das Labor für elektromagnetische Prüfungen umfasst, im ersten Stock die neue Verwaltung und darüber die künftige Kantine. Die fünf Millionen Euro für das zweiflügelige Gebäude wurden auch in eine 55 KWp-Fotovoltaikanlage, die das Unternehmen an sonnenreichen Tagen energieautark macht, sowie in zwei gasbetriebene Luft-Wärme-Tauscher, die im Winter heizen und im Sommer kühlen, investiert. Hinzu kommen 1,3 Millionen Euro etwa für technische Mess- und Prüfgeräte und eine dritte CNC-Maschine, auf der Gehäuse und Mechanikteile aus Alu und Kunststoff für Produkte wie IP-fähige Türsprech- und andere Gebäudetechnikanlagen produziert werden.

Auf dieses Geschäftsfeld der Eigenproduktionen, die weltweit über 90 Partner vertrieben werden, entfällt ein Drittel der aktuell knapp sieben Millionen Euro Umsatz pro Jahr. Zwei Drittel sind kundenspezifische Elektroniklösungen, die Baudisch im Auftrag von Stammkunden entwickelt und langfristig produziert. Hier werden vom Maschinenbau über die Medizintechnik bis zur Prozessautomation viele Branchen mit oft langjähriger Erfahrung bedient. Im eigenen EMV-Labor werden in der vier Meter hohen mit Absorbern ausgestatteten Prüfkammer alle Produkte elektromagnetischen Wellen von 30 Megahertz bis sechs Gigahertz ausgesetzt, um Schwachstellen zu identifizieren. Auch bei deren Beseitigung helfen die Baudisch-Experten, die damit eine Voraussetzung für das CE-Kennzeichen schaffen, welches bei solchen Produkten im europäischen Markt nötig ist. Trotz dreimonatiger Umzugszeit in die neuen Gebäude und Umstrukturierung in den beiden Bestandsgebäuden haben die Neueinstellungen zu einem deutlichen Wachstum im ersten Halbjahr beigetragen.

Der gelernte Funkelektroniker Baudisch hält in den kommenden Jahren einen Anstieg des Jahresumsatzes auf zehn Millionen Euro für realistisch. Dann entstehen weitere Arbeitsplätze. Zunächst aber feiert die Firma mit ihren Kunden am Freitag, 17. Juli, die Fertigstellung des Neubaus.