Sanierung Bauarbeiter geben Verkehrsachse den letzten Schliff

Fast mit einer „Pinzette baggern“ mussten Arbeiter wegen empfindlicher Gasleitungen und veralteter Rohre.
Fast mit einer „Pinzette baggern“ mussten Arbeiter wegen empfindlicher Gasleitungen und veralteter Rohre. © Foto: TOBIAS FLEGEL
Bad Boll / TOBIAS FLEGEL 22.08.2018

Als „Operation am offenen Herzen“ beschreibt der Bürgermeister von Bad Boll die Sanierung der Badstraße. Hans-Rudi Bührle zufolge macht das Unterfangen zum einen schwierig, dass Geschäfte und Gaststätten in der Ortsmitte trotz der Erneuerung mit dem Auto erreichbar bleiben sollen. Zum anderen sind die Arbeiten zwischen den Einmündungen des Friedhofwegs und der Grubinger Straße besonders aufwendig, erklärt Bauingenieur Manfred Bauch. Auf dem Abschnitt erneuern Arbeiter die Kanalisation sowie Rohre und Leitungen für Wasser und Strom. Sie verlegen zudem Leerrohre für Glasfaserkabel und errichten neue Straßenlaternen.

Die Arbeiten in der Badstraße und im Friedhofweg sind die letzten einer Straßensanierung, die Mitte Februar auf dem Abschnitt zwischen den Einmündungen der Hauptstraße und dem Friedhofweg begann. Bleiben die Bauarbeiter weiter im Zeitplan, dann endet im September die halbjährige Erneuerung der Verkehrsachse. „Wir kriegen vom Landkreis rund 300 000 Euro“, sagt Bührle. Insgesamt koste die Sanierung rund 1,5 Millionen Euro.

Erneuerung dringend notwendig

Der Bürgermeister bezeichnet die Erneuerung als überfällig. „Die Straße war in einem sehr desolaten Zustand“, sagt er. Nicht nur der Belag sei marode gewesen, sondern auch Rost und Lochfraß hätten den Rohren im Boden zugesetzt. Für die Erneuerung auf dem Abschnitt zwischen Friedhofweg und Gruibinger Straße sei es „höchste Eisenbahn“ gewesen.

Der schlechte Zustand vieler Rohre machte die Sanierung zu einer Herausforderung für Arbeiter und Ingenieure. „Manchmal musste man fast mit der Pinzette baggern“, berichtet Bührle. Zwei Gasleitungen führen unter der Badstraße entlang, wovon ein Rohr eine Hauptleitung der Energieversorgung Filstal (EVF) sei. „Wir haben die Zustände im Zuge der Sanierung bereinigt“, verspricht Wolfgang Scheuring. Der Leiter des Verbandsbauamts meint damit auch manch ungewöhnliche Lösung, mit der einige Häuser vor Jahrzehnten an das Wassernetz angeschlossen wurden. Die neuen Kanäle versenkten die Arbeiter bis zu fünf Meter tief im Boden, damit die Entwässerung in dem abschüssigen Bereich funktioniert.

Auf ein Ende der Arbeiten und damit auch der Umleitungen in der Ortsmitte von Bad Boll dürfen Anwohner und Autofahrer zum Anfang kommenden Monats hoffen. „Die Freigabe der Badstraße ist für den 6. oder 7. September geplant“, sagte Bürgermeister Hans-Rudi Bührle vor einigen Tagen. Zu Beginn des neuen Schuljahrs sollten auch die Busse wieder ihre übliche Route durch den Ort fahren. An die diffizile „Operation am offenen Herzen“ des Ortes erinnern dann ein neuer Belag, neue Straßenlaternen und eine neue Bushaltestelle nahe der Gruibinger Straße.

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