Eislingen Bau Mühlbachtrasse: Halbe Million für die Pläne

Die Schlosspassage halten viele Eislinger für unattraktiv und zu eng. Sie soll erweitert werden. Dies würde aber fünf, sechs Millionen Euro kosten.
Die Schlosspassage halten viele Eislinger für unattraktiv und zu eng. Sie soll erweitert werden. Dies würde aber fünf, sechs Millionen Euro kosten. © Foto: Giacinto Carlucci
Eislingen / DANIEL GRUPP 21.03.2014
Der Bau der Unterführungen für Fußgänger, Radfahrer und Autos in Eislingen erfordert einen hohen Planungsaufwand, weil die Bahnlinie betroffen ist. Allein die Planung verschlingt eine halbe Million Euro.

Die neuen zentralen Nord-Süd-Verbindungen, die Eislingen an Stelle der Eisenbahnbrücke erstellen möchte, müssen sorgfältig geplant werden. Der Aufwand ist enorm. Weil von den Bauten die Bahntrasse betroffen ist, muss ein Planfeststellungsverfahren beim Eisenbahnbundesamt (EBA) durchgeführt werden. Dies kann nach Einschätzung des Leiters des Eislinger Tiefbauamts, Anton Frey, durchaus zwei bis zweieinhalb Jahre dauern. Schon bei der Osttangente habe das EBA rund 18 Monate benötigt. Weil die Bundesbehörde wegen Stuttgart 21 stark ausgelastet sei, müsse jetzt noch mehr Zeit veranschlagt werden.

In Eislingen erstreckt sich das neue Planfeststellungsverfahren auf immerhin drei Komplexe:

Der Bau der Mühlbachtrasse als neue Verbindung für Kraftfahrzeuge, Radfahrer und Fußgänger, die unter der Bahnstrecke hindurchführen wird.

Die Schlosspassage unter den Bahngleisen für Radfahrer und Fußgänger halten viele Eislinger für zu eng. Sie soll aufgeweitet werden.

Die Eisenbahnüberführung im Zentrum der Stadt soll mittelfristig abgerissen werden.

Der Aufwand eines Planfeststellungsverfahrens liegt laut Frey um ein Vielfaches über dem Aufwand für ein Bebauungsplanverfahren. Schließlich handle es sich um eine dicht befahrene Zugstrecke. Es müsse alles funktionieren, "ohne dass jemand Schaden nimmt", betont der Amtsleiter. Insgesamt werde die Planung der drei Projekte etwa eine halbe Million Euro kosten. Ein Teil des Geldes sei aber schon in die Vorplanung geflossen. Der Gemeinderat hat jetzt das Stuttgarter Ingenieurbüro Bung damit beauftragt, die Planungsgrundlagen für das Planfeststellungsverfahren zu erstellen. Die Arbeit kostet 330.000 Euro.

Holger Haas (Grüne) regte an, die Erweiterung der Unterführung nicht in die Planung aufzunehmen, weil die Umsetzung fünf bis sechs Millionen Euro kosten würde. Dies sei zu teuer. Man sei sich aber einig, dass die Schlosspassage für Radfahrer und Fußgänger attraktiver werden soll, erwiderte Oberbürgermeister Klaus Heininger. Es sei sinnvoll, das aufwendige Planfeststellungsverfahren im Paket zu machen. Bürgermeister Thomas Schuster erwartet Synergieeffekte: "Wenn wir die Schlosspassage herausnehmen, wäre es netto nur 65.000 Euro billiger."

Aufwendige Gutachten müssen erstellt werden
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