Schreiben Debütroman: 17-Jähriger erzählt Geschichte des Staufenkaisers

Nicolas Knoblauch mit seinem Jack-Russell-Mischling Joey, der als „Fleckle“ in seinem Roman vorkommt.
Nicolas Knoblauch mit seinem Jack-Russell-Mischling Joey, der als „Fleckle“ in seinem Roman vorkommt. © Foto: Claudia Burst
Deggingen / Von Claudia Burst 13.06.2017
Der 17-jährige Nicolas Knoblauch aus Deggingen hat im Manuela-Kinzel-Verlag sein erstes Buch herausgebracht: einen 200-seitigen historischen Roman.

Stauferkind – Friedel, der Junge vom Hohenstaufen“, so lautet der Titel des historischen Romans, den Nicolas Knoblauch zwischen vergangenem November und Februar diesen Jahres geschrieben hat. Seit dem 15. Mai ist sein Buch im Handel, herausgebracht vom Manuela-Kinzel-Verlag in Hohenstaufen.

Es ist eine faszinierende Idee, die der beim Schreiben noch 16-jährige Zehntklässler hier zu Papier gebracht hat. Er beschreibt die Abenteuer des Staufenkaisers Barbarossa, als dieser noch ein Kind war. Das Buch ist die Erweiterung einer Geschichte, mit der Nicolas Knoblauch beim Schüler-Staufer-Preis der Stauferstiftung im vergangenen Jahr den ersten Preis erzielte. Das vorgegebene Thema des Wettbewerbs lautete „Mein Hohenstaufen.“ „Ich fand, Barbarossa bietet sich da an – und habe beim Recherchieren gemerkt, wie wenig über seine Kindheit bekannt ist“, berichtet Nicolas. Auf die Idee, gleich ein ganzes Buch zu schreiben, habe ihn bei der Preisverleihung Schulamtsdirektor Hans-Jörg Polzer gebracht, der das bei der Laudatio vorgeschlagen habe. „Ich habe dann im Internet und in verschiedenen Büchern alles an Fakten und Vermutungen rausgesucht, die über Barbarossas Kindheit bekannt sind. Die Lücken habe ich mit Fantasie gefüllt“, schildert der Jungautor. Entstanden ist ein anschaulich geschriebener, lebendiger Roman mit viel Heimatkenntnis und Einfühlungsvermögen in das Leben vor 900 Jahren.

Spaß habe das Schreiben gemacht, sagt der 17-Jährige. Mit Schreibblockaden oder Ähnlichem habe er nie zu kämpfen gehabt. „Ich musste ja keinen Termin einhalten. Ich hab dann geschrieben, wenn ich Lust dazu hatte und genügend Einfälle.“ Manche seiner eigenen biografischen Erlebnisse finden sich in den Abenteuern Friedels wieder. So gleicht zum Beispiel Fleckle, der Hund des Stauferkindes Friedel Nicolas‘ Jack-Russell-Mischling „Joey“.

Der Manuela-Kinzel-Verlag sei der erste gewesen, den er wegen eines Buchs angeschrieben habe, als er schließlich damit fertig war. „Frau Kinzel hat mir angekündigt, dass es vermutlich vier Wochen dauert, bis sie sich meldet. Nach vier Tagen hat sie mir dann eine Mail geschickt – mit Vertrag.“ Der Stolz darüber ist Nicolas anzumerken.

Eine Weile habe es danach noch gedauert, bis das Buch lektoriert und korrigiert war, seit 15. Mai ist es nun in allen Buchhandlungen in der Region sowie online auf Amazon und bei anderen Online-Händlern erhältlich.

Mit fünf Lesungen auf Schloss Filseck machte der Jugendliche erste Werbungen für sein Buch. Weitere fünf Lesungen in unterschiedlichen Zusammenhängen, auch im Radio, stehen außerdem bereits in seinem Kalender. „Nein, ich hab da kein Lampenfieber mehr. Das hatte ich nur ganz am Anfang“, gibt sich der junge Mann abgeklärt. Immerhin musste er bereits für den baden-württembergischen Justizminister Guido Wolf persönlich eine Widmung in eines seiner Bücher schreiben.

Angefangen, Geschichten zu schreiben hat er bereits mit zehn Jahren und seitdem immer wieder sowohl Geschichten als auch Gedichte bei Schreibwettbewerben eingesandt. Zehnmal hat er dabei gewonnen, siebenmal davon den ersten oder zweiten Preis. Wie etwa beim Wettbewerb der Zeitschrift „National Geographics Kids“ mit Cornelia Funke. Für seine damalige Geschichte „Weltenschöpfer“ gewann er vor vier Jahren als ersten Preis einen Laptop.

Eine Fortsetzung seines Romans zu schreiben, kann sich Nicolas Knoblauch gut vorstellen – auch wenn er inzwischen weiß, was für eine „Riesenarbeit“ damit verbunden ist.

Der Degginger, der sich neben dem Schreiben politisch in der Jungen Union im Stadtverband Geislingen engagiert, hat sein Erstlingswerk „Für Europa in schwer bedrängter Zeit“ gewidmet. „Beim Schreiben ist mir klar geworden, wie wichtig der Zusammenhalt in Europa als Friedensgarant ist und wozu Kleinstaaterei führt“, begründet er diesen Einfall.

 Info „Stauferkind – Friedel, der Junge vom Hohenstaufen“ von Nicolas Knoblauch, 200 Seiten Taschenbuch, 13,80 Euro, ISBN-Nr: 978-3-95544-074-9, erschienen im Manuela-Kinzel-Verlag

Das Buch über das „Stauferkind“

„So könnte es gewesen sein…“ – beginnt das Buch über Friedel, das Stauferkind, das später als Kaiser Friedrich Barbarossa in die Geschichte eingeht. Nicolas Knoblauch verwebt darin historische Fakten mit schriftstellerischer Fantasie. Fakt ist etwa, dass seine Mutter dem Geschlecht der Welfen angehörte, die mit den Staufern lange Jahre im Streit lagen. Friedrich wurde 1122 geboren. Seine Mutter starb, als Friedrich acht Jahre alt war und vermutlich kam das Kind in jener Zeit tatsächlich zu seinem Staufer-Vater Friedrich der Einäugige, Herzog von Schwaben auf die Burg auf dem Hohenstaufen. Das Buch spricht Kinder ab zehn Jahren  genauso an wie Erwachsene.