Kreis Göppingen Bald gibt es wieder Honig

Imker Roland Erker aus Hohrein schaut im Frühling nach seinem Bienenvolk.
Imker Roland Erker aus Hohrein schaut im Frühling nach seinem Bienenvolk. © Foto: Max Schniepp
Kreis Göppingen / Max Schniepp 09.04.2018
In der Imkerei stellt Roland Erker in dritter Generation Honig her. Zum Frühling startet er mit den Vorbereitungen auf eine erfolgreiche Ernte.

Langsam ist es wieder Zeit: die Tage werden länger und nachdem hoffentlich auch die letzten Uhren auf Sommerzeit umgestellt worden sind, ist der Frühling wieder da. Für Imker wie Roland Erker aus dem Hohrein beginnt jetzt die Arbeit an den Bienenstöcken. Wie überall im Frühjahr blüht die Natur in seinem Garten, wenn Tausende Bienen in den Kästen am Südhang fleißig summend neue Waben bauen.

Geimkert wird in der Familie Erker schon in der dritten Generation, heute bringt der Großvater seinen beiden Enkeln im Grundschulalter alles über Bienen bei. Jeden Sommer produziert die Familienimkerei ihre goldgelben Honiggläser, die dann in den Supermärkten im Kreis Göppingen zu kaufen sind.

Bienenstöcke vorbereiten

Zu Roland Erkers Aufgaben gehört im Frühling das Aufsetzen der Honigkästen auf die sogenannten Brutkästen. Das untere Stockwerk des gesamten Bienenkastens, der Brutkasten, wird im Inneren mit einem Gitter vom Honigkasten getrennt, durch das die große Bienenkönigin nicht hindurch passt. Im oberen Stockwerk kann das Bienenvolk deshalb keine Larven legen, so dass die Waben bald voller Honig sein werden.

Erstmal müsse sich die Population aber erholen, denn nach dem Überwintern ist die Zahl der Bienen zum Jahresbeginn um rund zwei Drittel geringer als üblich. „Die erste Honigernte machen wir dann Ende Mai, schon jetzt freut man sich aber über die aufblühende Natur. Ich betrachte das mit anderen Augen“, erklärt der Imker, „meine blühenden Sträucher und Wiesen im Garten blieben absichtlich so wie sie sind und werden nicht gemäht – für die Bienen,“ sagt Erker. Was den Honig besonders macht, ist seine geringe Belastung an Pestiziden, erklärt der Imker. Durch die noch verhältnismäßig geringe landwirtschaftliche Nutzung auf den umliegenden Wiesen und Grünflächen habe der Honig keine feststellbare Pestizidbelastung, was in Proben regelmäßig von der Universität Hohenheim kontrolliert werde. Den eigenen Honig zu machen ist in den letzten Jahren immer populärer geworden, „ein positiver Trend, erwirtschaften Bienen jedes Jahr doch eisern enormen Nutzen für die Landwirtschaft“, sagt Erker. Wie er starten jetzt die knapp 400 Mitglieder des Bezirksimkervereins Göppingen mit reichlich Arbeit wieder das Imkern, so dass bald wieder Tausende Bienen unterwegs sein können.

Info Die NWZ zeigt in loser Reihe in der Serie „Frühlingserwachen“, was für Menschen und Tiere der Beginn des Frühlings bedeutet.