Kirchheim Bahnhofsgelände soll neues Gesicht bekommen

Ein Fahrradparkhaus mit mehr Stellplätzen ist eine der Ideen für die Neugestaltung des Bahnhofsgeländes.
Ein Fahrradparkhaus mit mehr Stellplätzen ist eine der Ideen für die Neugestaltung des Bahnhofsgeländes. © Foto: Peter Dietrich
Kirchheim / Peter Dietrich 04.12.2018
Ein Bürgerworkshop brachte in Kirchheim viele neue, auch überraschende Ideen, was aus dem Bahnhofsareal werden kann.

Seit vor etwa einem Jahr die Anfrage eines Investors für die Errichtung eines vierstöckigen Gebäudes auf dem Bahnhofsareal eingegangen ist, will die Stadt den gesamten Bereich neu planen. Bei einem Bürgerworkshop wurden Ideen gesammelt. „Das ist ein ideales Thema für eine Bürgerbeteiligung“, sagte Sabine Bur am Orde-Käß, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Gemeinderat. Die Stadtverwaltung stellte die nötigen Pläne zur Verfügung.

Bur am Orde-Käß, selbst Architektin und Stadtplanerin, forderte die Bürger ordentlich: In Arbeitsgruppen sollten sie ihre Vision von einer Neugestaltung auf Transparentpapier zeichnen. Mehrere Gruppen verlegten den Busbahnhof an die Stelle der ehemaligen Güterhalle. Der jetzige Busbahnhof hat keine Überdachung, die Wege für die Fahrgäste sind extrem schmal und von der S-Bahn kommend ist nicht zu sehen, wo die Busse hinfahren. Bei so viel Beton- und Asphaltfläche wie bisher bliebe Raum für eine Bebauung, ob zum Wohnen, für Büros, für ein Hotel oder eine Jugendherberge. Durch den Grundstücksverkauf, so der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Andreas Schwarz, ließe sich womöglich die Neugestaltung finanzieren.

Ideen inspirieren

Zu den weiteren Ideen gehörten ein Fahrradparkhaus und ein Kreisverkehr an der großen Kreuzung. Bisher ist es ein häufiges Ärgernis, dass Fußgänger und Radfahrer an der Ampel oft sehr lange auf Grün warten müssen und dadurch möglicherweise den Anschluss an die S-Bahn verpassen. Das Bahnhofsgebäude gehört der Deutschen Bahn, wird aber von ihr kaum noch gebraucht. An dieser Stelle könnte ein Neubau entstehen. Ein anderer Entwurf beließ den Busbahnhof an seiner Stelle, drehte ihn aber herum. Dafür wurde die alte Güterhalle zur Kulturhalle umfunktioniert. Einig waren sich alle Teilnehmer in einem: „Die Unterführung muss weg!“ Deshalb waren in allen Entwürfen Alternativen vorgesehen, entweder als Steg oder als schienengleicher Übergang. Einen barrierefreien Zugang soll es von beiden Seiten des Bahnhofs geben, nicht nur zur Innenstadt hin.

Pro Woche halten 52 Fernbusse

Auch kleine Verbesserungen wurden vorgeschlagen: Es fehle eine gute Beschilderung Richtung Stadt. Auf dem Bahnsteig mangele es an Sitzgelegenheiten, der Fußweg an der Schöllkopfstraße ist zugewachsen, die Kassen für die Toiletten funktionieren oft nicht. Sabine Bur am Orde-Käß hatte manche überraschende Information: Nicht jeder wusste, dass am Bahnhof pro Woche 52 Fernbusse halten, sie fahren unter anderem nach Lyon, Bottrop und Bosnien-Herzegowina. Die Haltestelle an der Straße ist allerdings schwer zu finden. Alle Anregungen würden dem Gemeinderat zur Verfügung gestellt. Bur am Orde-Käß: „Wir werden beantragen, 2019 einen Wettbewerb durchzuführen.“

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