Stellungnahme Regio Rad: Bahn verteidigt ihre Leih-Pedelecs

Der Betreiber der Verleih-Stationen DB Connect nimmt Stellung zu Problemen bei der Ausleihe der Räder.
Der Betreiber der Verleih-Stationen DB Connect nimmt Stellung zu Problemen bei der Ausleihe der Räder. © Foto: Kristina Betz
Rechberghausen / Evelyn Krix 07.11.2018
Die Pannen beim Testlauf könnten Bedienfehler oder Kinderkrankheiten sein, sagt der Betreiber.

Der Test der NWZ mit den Verleih-Pedelecs im Schurwald von Regiorad Stuttgart ist nicht gut ausgefallen. Die Bahn als Betreiber nimmt dazu nun Stellung.

Das Konzept der Leihräder von Regiorad Stuttgart scheint nicht ausgereift zu sein: Zwei Anrufe beim Service hat es gebraucht, um an der „Regiorad Stuttgart”-Station in Rechberghausen zwei Räder für unseren Erfahrungsbericht auszuleihen. Eigentlich bekommt man nach der Anmeldung über die Regiorad-App einen Code zugeschickt. Der kam bei unserem Test aber nicht an. Richtig zurückgeben konnten wir nur ein Rad – das andere ließ sich nicht mehr an die Station anschließen.

Anfängliche Kinderkrankheiten seien nicht vermeidbar

Eine Fehlbedienung könne nicht gänzlich ausgeschlossen werden, sagt die Deutsche Bahn zu unseren Schwierigkeiten beim Ausleihen: „Unser Anspruch ist es allerdings, dass das System so einfach und verständlich ist, dass es erst gar nicht dazu kommt.” Das Konzept sei im Vorfeld „unter Laborbedingungen umfangreich getestet worden und funktioniert weitgehend zuverlässig”. Man müsse aber klar sagen, dass bei einem Projekt dieser Größenordnung – das erste interkommunale Fahrradverleihsystem Deutschlands – anfängliche Kinderkrankheiten nicht ganz vermeidbar seien.

Zu Beginn eines solchen Projekts gebe es „naturgemäß erheblich mehr Nachfragen und Wünsche nach Hilfe bei der Registrierung, Entleihe und Rückgabe”, heißt es in der Stellungnahme. Im Mai ist das Fahrrad-Verleihsystem in Stuttgart und Umgebung in Betrieb genommen worden. Inzwischen können über das bundesweite System, das zur Call-a-Bike-Familie der DB gehört, in 60 Städten 15 000 Fahrräder ausgeliehen werden. Nach wenigen Wochen sei das System gut eingespielt gewesen, sagt der Bahnsprecher. Auch Göppingen plant den Einstieg.

In den meisten Fällen, zu denen der NWZ-Testlauf nicht zählte, verlaufe der Ausleih- und Rückgabe-Prozess ohne größere Probleme. Funktioniert das System nicht wie erhofft, wird „sofort Abhilfe geschaffen”, heißt es.

Elektroantrieb funktionierte nicht

Bei einem unserer ausgeliehenen, 35 Kilogramm schweren Räder funktionierte allerdings  der Elektroantrieb  gar nicht. Der Support wollte umgehend einen Techniker schicken. Unmittelbar und sofort werde darauf reagiert, sagt die Bahn: „Sobald eine Störungsmeldung im Fahrradservicecenter vorliegt, wird ein Rad zunächst für weitere Ausleihen gesperrt, zeitnah in die Werkstatt geholt und repariert.” Wenn der Akku vollgeladen und funktionsfähig ist, kommt ein Regiorad-Pedelec 70 bis 80 Kilometer weit.

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