Bad Überkingen Thermalbad schreibt rote Zahlen

So viele Gäste wie beim Sternebaden wünschen sich die Gemeinderäte öfters im Bad Überkinger Thermalbad.
So viele Gäste wie beim Sternebaden wünschen sich die Gemeinderäte öfters im Bad Überkinger Thermalbad. © Foto: Markus Sontheimer
Bad Überkingen / Ralf Heisele 15.02.2018
Das Bad Überkinger Thermalbad hat 2016 einen Verlust von 541.976 Euro gemacht. Der Gemeinderat mahnt Sparmaßnahmen an.

Das Bad Überkinger Thermalbad hat im Jahr 2016 einen Verlust von 541 976 Euro eingefahren. Die Verbindlichkeiten des als Eigenbetrieb geführten Bads beliefen sich Ende 2016 auf 3,6 Millionen Euro. Das geht aus der Jahresrechnung hervor, die Kämmerer Matthias Schmid in der jüngsten Ratssitzung vorgestellt hat. Das Thermalbad besuchten insgesamt 64.013 Badegäste, das waren rund 1800 weniger als noch im Jahr 2015. Allein beim Eintrittsgeld machte dies ein Minus von 37.578 Euro aus. Etwas aufgebessert wurde die Statistik durch die 1451 Gäste der neuen Salzgrotte. Um 5,6 Prozent gestiegen sind die gesamten betrieblichen Aufwendungen wie Material- und Personalkosten. Erfreulich ist, dass die betriebsbedingten Energiekosten gegenüber dem Planansatz um 35.000 auf 193.000 Euro gesenkt werden konnten.

Mehrere Ratsmitglieder mahnten Sparmaßnahmen im Bad an. Vor allem Alexander Geis forderte, „alle Hebel umzulegen, sonst werden wir die Totengräber des Bads.“ Den Abmangel von über einer halben Million Euro nannte er erschreckend – „es darf kein weiter so geben.“ Der Gemeinderat wird nun in einer Klausurtagung darüber beraten, wie man das Bad effizienter und damit sparsamer betreiben kann.

Zurück zur Jahresrechnung: Im Kernhaushalt fiel das Ergebnis 2016 „positiver als geplant aus“, berichtete der Kämmerer. Die Steuereinnahmen (insbesondere bei der Gewerbesteuer) bescherten der Gemeinde höhere Einnahmen als noch 2015. Unterm Strich erwirtschaftete man statt geplanter 48.330 Euro eine Zuführungsrate von knapp über einer Million Euro in den Vermögenshaushalt. Ein Teil der Überschüsse (577.390 Euro) wurden in die Rücklagen gesteckt, gleichzeitig sank der Schuldenstand von 1,83 auf 1,75 Milionen Euro.

Hinter dem 105 Seiten starken Zahlenwerk stecken mitunter auch Nachrichten: Unter der Haushaltsstelle 1.1100.6680 (Öffentliche Ordnung. Sachausgaben) finden sich Mehrausgaben von knapp 140.000 Euro. Bürgermeister Matthias Heim erklärte, was es damit auf sich hat: „Das Geld mussten wir ausgeben, um den Bauschutt des abgebrannten Hauses in Unterböhringen zu entsorgen.“ Die Gemeinde sei derzeit dabei, das Geld von der Versicherung des Grundstückbesitzers einzuklagen. Der Gerichtstermin wurde mehrfach verschoben, Stand heute soll im Mai verhandelt werden.