Wegweisung Bad Boll will weniger Schilderwald

Bad Boll / Jürgen Schäfer 04.05.2018

Das neue Ortsleitsystem für Bad Boll ist im Werden. Auf Drängen der Verkehrsbehörde im Landratsamt hat Planer Bertram Kettner den Entwurf modifiziert und abgespeckt. Verzichtet wird auf Vorwegweiser, die angeben, dass in 100 Metern eine bestimmte Firma oder Gaststätte sitzt. „Das genehmigt das Landratsamt nicht“, stellte er im Technischen Ausschuss des Gemeinderats fest. Die Idee bleibt: „Wahrnehmen, was es in diesem Ort alles gibt, Betriebe sichtbar machen“ – das sei der Sinn des Leitsystems, auch wenn der Autofahrer heute alles mit dem Navi finde. Dorothee Kraus-Prause (Grüne) würde das überdenken. Es kämen doch „sehr sehr viele Schilder“ auf Bad Boll zu. Für Friedrich Aichele (CDU) sind es „zuviele Schilder“. Bürgermeister Hans-Rudi Bührle hätte nichts gegen eine weitere Reduzierung, was die Genehmigung erleichtere, stellt aber auch klar: Man wolle nicht mehr Schilderwald, sondern weniger, und Wildwuchs vermeiden, der auf Privatgelände möglich ist. „Maßvoll umsetzen“ lautet seine Devise. So sieht das auch Anne-Dore Ketelsen-Volkhardt: das neue Ortsleitsystem solle eine Aktion gegen den Schilderwald sein. 

Wieviele Firmen ein Hinweisschild wollen, wird jetzt verbindlich abgefragt. Davon hängen auch die Kosten für das einzelne Schild ab, das die Betriebe zu tragen hätten. Interessiert waren 62. Die Gemeinde ist mit Hinweisschildern für touristische und kommunale Ziele wie Kirche, Friedhof, Wandern dabei und übernimmt Montagekosten.

Was muss auf die amtlichen Wegweiser an den Durchgangsstraßen, was auf das örtliche Leitsystem? Auf Badhaus und Höraufstift, Wala und Seminaris weisen die amtlichen hin. Planer Kettner würde auch den neuen Standort der Wala hinzuehmen – dann als Wala 1 und 2 – und den Hinweis aufs Freibad besser zur Geltung bringen. Sodann fehle der Hinweis auf Eckwälden aus Richtung Göppingen, das Gewerbegebiet Hintersehningen solle auch drauf. Verblüffend: An der Gabelung vor der Alten Schule mitten im Ort ist kein Wegweiser nach Dürnau oder Zell. „Da war doch mal einer“, wunderte sich Bürgermeister Bührle. Hannes Baab (Grüne) fühlte sich über eine ganze Anzahl von Schwachstellen aufgeklärt.

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