"Gefällt mir gut, sehr groß, schön hell und freundlich. Vor allen die durchsichtige Brüstung ist eine prima Idee", lobte Bärbel Langheinrich. Die Seniorin aus Dürnau hat sich am gestrigen Tag der offenen Tür bei der Sporthallenführung alles Wissenswerte vom Fachmann erklären lassen. Auch Karlheinz Schmid und seine Lebensgefährtin Heidi Borka haben sich aufgemacht, um Reinhard Orlinski zuzuhören. Der Planer und Architekt musste allerhand Fragen zum Gebäude beantworten. "Super. Vor allem die oberen Plätze sind aufgrund ihrer Transparenz klasse, man kann praktisch im Sitzen das Geschehen bis auf den Hallenboden verfolgen", finden das Paar, das sich mit dem TSV Bad Boll seit Jahrzehnten verbunden fühlt. "So eine Halle hat schon lange gefehlt", sagt die einstige Übungsleiterin im Kinderturnen.

Immer mehr Besucher kommen, um ohne Zeitdruck sowie nach Herzenslust jeden Winkel des neuen Schmuckstücks zu bewundern. "Wer hat Lust, mal einen Tischtennis-Topspin zu zeigen oder gar zu lernen?", will der Jugendtrainer Johannes Siegle wissen. Das Team des Tischtennisvereins aus Zell trainiert seit langem in Bad Boll, sucht auf diesem Wege Nachwuchs und ist einer der vielen Programmpunkte am Eröffnungswochenende. Ewald Müllner aus Boll gehört zwar nicht unbedingt zur Zielgruppe, zeigt aber mit seinen 75 Lenzen, was eine echte Rückhand ist. "Guter weicher Boden, ist ganz okay. An die neue Atmosphäre muss man sich halt erst gewöhnen", meint der Senior.

Bürgermeister Hans-Rudi Bührle sieht in der Hallennutzung des Nachbarvereins einen vorgelebten Verbandsgedanken. Der Neubau dieser für den Schul- und Vereinssport sowie der Gemeinde notwendigen Einrichtung sei ein Meilenstein in der Geschichte Bad Bolls. Dies sagte er bei der Einweihung der "größten Einzelinvestition im Hochbau", zu der am Freitag Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und den Vereinen sowie zahlreiche Besucher erschienen sind. Kurz und knapp ließ er die Anfänge der "mutigen und wichtigen Entscheidung" sowie die Stationen seit dem Spatenstich im Juli 2014 Revue passieren.

Der Erste Landesbeamte und Stellvertreter von Landrat Edgar Wolff, Jochen Heinz, nannte es eine wichtige Aufgabe von Kommunen, Schulen und Vereinen, Kinder und Jugendliche möglichst früh für Sport zu begeistern. "Das ist umso wichtiger, weil den Heranwachsenden von heute der Freiraum früherer Kindergenerationen fehlt, die noch ungefährdet draußen herumtoben konnten." Zudem verbringe die heutige Jugend oft viele Stunden vor Fernseher oder Computer.

Der TSV-Vorsitzende Gerhard Ueding gab einen Einblick in die verschiedenen Abteilungen des größten Vereins in Bad Boll. Ein echtes Alleinstellungsmerkmal sei die Stabhochsprunganlage in der Halle. Sie ermögliche es den Stabhochspringern von der LG Filstal, im Winter zu trainieren. Im Rahmen der erfolgreichen Kooperation der Voralb-Vereine werde das Kursprogramm sicher noch erweitert werden. "Wir denken dabei unter anderem an spezielle Angebote für aktive Senioren, an den Bereich Gesundheitssport und an die betriebliche Gesundheitsfürsorge für die Unternehmen", erklärte Ueding. Von Thomas Schnell, Rektor der Gemeinschaftsschule, gab es ebenfalls Grußworte, Pfarrer Tobias Schart gab den kirchlichen Segen und der örtliche Musikverein machte Musik. Zahlreiche Vorführungen am Freitag und Sonntag rundeten das Feierwochenende ab.