Investition Bad bekommt ein neues Kassensystem

Bad Überkingen / Ralf Heisele 07.10.2017

Das Bad Überkinger Thermalbad bekommt im kommenden Jahr ein neues Kassensystem. Der Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung am Donnerstagabend ausführlich mit der Materie beschäftigt. Wie Bürgermeister Matthias Heim ausführte, müsse die Kasse in das neue Buchhaltungssystem der Kämmerei integriert werden. So fordert es das Finanzamt. Aus steuerlichen Gründen müssen beispielsweise die Umsätze bis zu zehn Jahren gespeichert werden.

   Nach einigen Gesprächen hat die Gemeinde bei zwei Fachfirmen angefragt. Das weltweit tätige Unternehmen Scheidt und Bachmann aus Mönchengladbach hat mit knapp 20 000 Euro das günstigere Angebot abgegeben. Deren Mitarbeiter Jürgen Mertens stellte das System am Ratstisch vor. Demnach habe man mit der neuen Kasse die „volle digitale Kontrolle über die Umsätze“.  Mertens sprach auch einige Zukunftsvisionen an: So könne man sogar das Parken mittels Schranken regeln und den Badegästen die Parkgebühr beim Eintritt wieder erlassen. Eine weitere Möglichkeit wäre, die Tickets online zu buchen und genaue Marktanalysen anzufertigen.

Vorgesehen ist zu Anfang der Kauf eines Rechners, zweier Kassen (eine davon für die Gastronomie) sowie eines Chip-Lesegeräts. Außerdem sollen rund 150 Armbänder mit integriertem Chip angeschafft werden. Zwar ist nach wie vor die Bezahlung mit Bargeld möglich, doch laut Mertens gehört der Chip-Variante die Zukunft. Diese hätte vor allem für Stammgäste den Vorteil, die Armbänder aufzuladen und für weitere Besuche mit nach Hause zu nehmen (gegen eine Pfandgebühr). Natürlich könne man sich das nicht aufgebrauchte Guthaben beim Verlassen des Bads wieder ausbezahlen lassen. Im Bad bräuchte der Gast kein Geld mehr und könnte im Gastrobereich etwas mit dem Chip kaufen oder einen Saunagang zusätzlich buchen, ohne dafür wieder an die Kasse zurück zu müssen.

 In der Ratsdiskussion wurde das neue Kassensystem allenthalben gelobt. Doch einigen Gemeinderäten fehlte eine Auslasskon­trolle mittels Drehkreuz oder Ähnlichem. Reinhard Straub und Hans-Frieder Walz plädierten für eine Bezahlung nach Ende des Thermalbads-Besuchs. Man könne von den Gästen nicht verlangen, schon vorher zu wissen, was sie im Bad alles an Zusatzangeboten in Anspruch nehmen wollen.  „Da fehlt mir jegliche Spontanität“, erklärte Walz. Ein Drehkreuz hält Bürgermeister Heim für baulich nicht machbar – zumal daneben ein Durchgang für Rollstuhlfahrer angebracht werden muss. Hierfür gebe es am Ausgang nicht genügend Platz.  „Wir haben das nachgemessen“, sagte Bürgermeister Heim. Nach längerer Debatte einigte sich das Gremium auf den Kauf des Kassensystems. Der Thermalbad-Ausschuss soll sich nun über die Einsatzmöglichkeiten der neuen Kasse zu machen.