Geislingen Babel berührte die Herzen

Ein altes Thema, dargestellt in einer Szene aus dem Musical Babel auf der Geislinger Burgruine Helfenstein: Das Gute kämpft gegen das Böse. Foto: chw
Ein altes Thema, dargestellt in einer Szene aus dem Musical Babel auf der Geislinger Burgruine Helfenstein: Das Gute kämpft gegen das Böse. Foto: chw
CLAUDIA JUSKOWIAK 02.07.2012
Die Open-Air-Musical Aufführung auf der Burg Helfenstein "Babel - und das Streben geht weiter" war ein Sommerhighlight. Das Musical erzählt die 2000 Jahre alte Geschichte des Turmbaus zu Babel.

Es hätte nicht eindrucksvoller sein können: die Bühne, umrahmt von den Burgmauern, mit Blick auf das Helfensteiner Land. Bei hochsommerlichen Temperaturen und Sonnenschein fand die erste Aufführung des Musicals Babel am Samstag vor 250 Gästen, zugunsten MPS-erkrankter Kinder statt. Vor elf Monaten entstand die Idee zwischen den Freunden Armin Schelian und Andreas Störzer, das Musical zu einem guten Zweck zu nutzen. Dieses Projekt in Kooperation mit dem Gesangverein Cäcilia Eybach, der Grundschule Eybach und der evangelischen Kirchengemeinde Eybach, begeisterte die Gäste auf der Burg Helfenstein enorm.

Von dem 140 Personen-Ensemble ging eine ganz besondere Atmosphäre aus. Diese Stimmung erfasste die Besucher und spürbar legte sich ein Dunstkreis um die Menschen, die gebannt dem Musical Babel folgten. Text und Musik kamen aus der Hand von Andreas Störzer, der selbst das Orchester dirigierte. Starke, akustische Untermalung bot das Orchester bestehend aus zwei ersten Geigen, zwei zweiten Geigen, zwei Bratschen, einer Oboe, zwei Celli, Schlagzeug mit Percussion und zwei Keyboardern, Akkordeon und E-Gitarren. Die Darsteller und Musiker, im Alter von sechs bis 70 Jahren, schlüpften in zwei Jahren intensivster Vorbereitungszeit sehr lebensecht in ihre jeweilige Rolle. Babel handelt vom Streben der Menschen und ihrem Scheitern. Sie alle wollen schöner, besser, reicher, klüger werden. Die Menschen wollten eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reichte, damit sie sich einen Namen machten. Avän (Roland Funk) verkörperte das Böse. Er spielt einen ehrgeizigen Baumeister, der wie Gott sein will und mit Menschenleben spielt, wie ein Marionettenspieler.

Doch er scheitert kläglich. Kasin (Bernd Anton), Anführer und Baumeister von Babel, möchte sein Volk durch den Bau einer Mauer vor Feinden schützen und wünscht sich seinen Sohn Boquesch (Holger Chromik) als legitimen Nachfolger. Der Suchende Boquesch sehnt sich nach einem Gegenüber, bis er Kiljah, die Sehnsucht Verkörpernde findet, dargestellt von Simone Höss. Eine Sklavin aus ärmlichen Verhältnissen, die weiß, was sie möchte und nicht leichte Lebensentscheidungen trifft. Saharat (Manuela Euringer) scheint die Gefahren zu erkennen, ihre Weisheit und Beständigkeit nach dem Guten helfen ihr dabei. Die Hauptdarsteller glänzten mit exzellenten Soli, der Kinderchor berührte die Herzen der Zuschauer bisweilen zu Tränen.

Musik, Gestik, Mimik passten zu den wunderschönen Balladen. Runde, warme, volle Stimmen, tiefsinnige Texte und starke Charaktere machten das Musical zum Erlebnis. Musik, Texte, Organisation, Logistik, Choreografie, Kostüme, Technik, Sound, Licht und Chorarrangements waren einzigartig.