Kreis Göppingen B10: Zuversicht bei Weiterbau

Hermann Färber: Die Finanzierung des B-10-Weiterbaus steht.
Hermann Färber: Die Finanzierung des B-10-Weiterbaus steht. © Foto: Staufenpress
Kreis Göppingen / Susann Schönfelder 27.07.2018
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hermann Färber kann sich vorstellen, dass es bereits 2021 weitergeht. Beim VVS-Beitritt ist er zögerlicher.

Seit gut zwei Wochen rollt der Verkehr auf der neuen B-10-Ortsumfahrung an der lärm- und abgasgeplagten Gemeinde Gingen vorbei. Die Freude war groß, als der Teilabschnitt endlich freigegeben wurde. Der Göppinger CDU-Bundestagsabgeordnete Hermann Färber blickt wenige Tage nach der Einweihung in die Zukunft und hat bereits den nächsten Bauabschnitt im Visier. Im Sommer-Interview mit der NWZ und der Geislinger Zeitung ist der Parlamentarier optimistisch, dass es zeitnah mit dem Weiterbau der B 10 bis Geislingen-Mitte weitergehen kann.

 „Die Ordner mit den Planungsunterlagen wurden jetzt groß demonstrativ an das Bundesverkehrsministerium übergeben“, sagt Färber. Bis der Gesehen-Vermerk da ist, werde es etwa ein halbes Jahr dauern. Dann gehe es ins Planfeststellungsverfahren mit der Anhörung der Träger öffentlicher Belange. „Ich denke, wenn es keine Klagen gibt, können wir in zwei Jahren weitermachen“, ist der Abgeordnete zuversichtlich, erinnert aber daran, dass in Kuchen nicht alle Bürger über den geplanten Trassenverlauf glücklich seien. Wenn aber alles glatt läuft, kommt anschließend die Ausschreibung, „und 2021 könnte der erste Bagger auf der Baustelle stehen“. Die Finanzierung für dieses Projekt steht: 75 Millionen Euro wird der nächste Abschnitt voraussichtlich kosten. Auch die Finanzierung des folgenden Teilstücks bis Geislingen-Ost ist derzeit gesichert. Er ist mit 155 Millionen Euro veranschlagt, sagt Färber.

Gerade erst hatte die IHK-Bezirkskammer Göppingen bei der Vorstellung des aktuellen Gründermonitors auch auf Standortthemen hingewiesen. Unter den Gründern herrscht diesbezüglich eine hohe Zufriedenheit, dennoch stellte IHK-Kammerpräsident Wolf Martin fest: „Wir haben eine leidlich gute Verkehrsanbindung.“ Der Weiterbau der B 10 stehe daher nach wie vor auf der Agenda, um als Landkreis wettbewerbsfähig zu bleiben.

In diesem Punkt sind sich die IHK und Hermann Färber einig. Etwas anders sieht es bei der Vollintegration des Landkreises in den VVS aus. Der Bundestagsabgeordnete steht dahinter, aber nicht um jeden Preis: „Ich bin dafür, dass der Landkreis einen verbesserten Nahverkehr bekommt. Aber es muss letztlich auch für die Menschen eine Verbesserung herausspringen. Nicht dass der Landkreis fünf Millionen Euro an den VVS zahlt und für die Menschen bleibt alles gleich“, plädiert der 55-Jährige für eine Abwägung.

„Zahlen genau anschauen“

Aber ist die Vollintegration nicht wichtig für das Einwachsen in die Region? Sitzt der Bundestagsabgeordnete da im Bremserhäusle? Färber widerspricht: „Ich sitze nicht im Bremserhäusle und auch nicht im Gasgeberhäusle. Aber man muss sich die Zahlen anschauen. Die Verhältnismäßigkeit muss gewahrt sein“, plädiert er dafür, bei den vielen Großprojekten, die der Landkreis in den kommenden Jahren stemmen muss, genau zu überlegen.

Bei der Industrie- und Handelskammer sieht man das anders: „Ich denke, es führt kein Weg an der Vollmitgliedschaft im VVS vorbei“, sagt Wolf Martin. Die Vollintegration sei sowohl für den Arbeits- als auch für den Wohnstandort unabdingbar. Dr. Peter Saile, Geschäftsführer der Göppinger IHK, wies auf die kaum noch vorhandenen freien Gewerbeflächen hin, „die Region muss sich daher zwangsläufig in die Fläche entwickeln“, unterstrich er.

Zur Hauptverkehrszeit seien die Straßen und Schienen voll, gute Verkehrsanbindungen seien daher enorm wichtig – vor allem, weil die Region als Wirtschaftsstandort interessant sei, Wohn- und Gewerbeflächen aber eben äußerst knapp sind. „Wir werben daher als IHK so massiv für den VVS-Beitritt. Wir halten das für elementar, dass wir als Teil der Region wahrgenommen werden“, richtete Saile das Wort an die Kreisräte, die im Herbst über die Vollintegration in den Verkehrs- und Tarifverbund entscheiden werden.

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