Bislang hatte die Hoffnung bestanden, dass 2024 die Bagger anrücken können, um die B 10 um Kuchen und Geislingen herum zu bauen – doch damit wird es wohl nichts: Auf einem B-10-Gipfel gestern im Landratsamt wurde klar: Es wird wohl mindestens 2026, bis die Umgehung gebaut wird. Schuld daran sind unter anderem aufwendige Unterlagen „die rechtskonform auf den neusten Stand gebracht werden“ müssen sowie Fledermaus-Vorkommen. Dies teilte der Leiter des Amts für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur beim Landkreis, Jörg-Michael Wienecke, am Donnerstagabend mit.

Noch immer fehlt der „Gesehenvermerk“ des Bundesverkehrsministeriums, der den Startschuss für die Vorbereitungen der Planfeststellung signalisiert. „Es besteht berechtigte Hoffnung, dass dieser demnächst erteilt wird“, meint Wienecke.

Noch im Oktober war der Amtsleiter in einer Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses davon ausgegangen, dass es nach Erteilung des Vermerks ein Jahr dauern wird, bis das eigentliche Planfeststellungsverfahren beginnen kann. Gestern nun klang das anders: „Unter diesen Voraussetzungen wird davon ausgegangen, dass das Planfeststellungsverfahren im Jahr 2022 eingeleitet werden kann“, meint Wienecke nun mit Blick auf die neue Sachlage. Für das Verfahren rechnet er mit weiteren zwei Jahren. „Die Hauptbaumaßnahme könnte dann im Jahr 2026 starten.“

Verzug beim Ausbau der B10: Es wird noch einige Zeit vergehen

Im Laufe der Sitzung sei gestern deutlich geworden, dass „noch einige Zeit vergehen wird“, macht Wienecke klar. Neben den aufwendig zu aktualisierenden Unterlagen gebe es noch einen Grund für den Verzug: „Eine weitere Verzögerung lassen notwendige naturschutzfachliche Untersuchungen erwarten, die sich im Zusammenhang mit neu bekannt gewordenen Fledermaus-Vorkommen in ehemaligen Bergbau-Stollen ergeben.“

Bereits vor einigen Wochen war bekanntgeworden, dass für das Projekt wegen durch den Straßenbau tangierter Vogelschutzgebiete auch eine Ausnahmegenehmigung der EU-Kommission notwendig ist.

Im Frühjahr 2020 soll die Öffentlichkeit über den aktuellen Stand der dann nochmals überarbeiteten Planungen informiert werden. „Sorgen wurden dahingehend formuliert, dass deutlich darüber hinausgehende Forderungen zu einer erneuten Überarbeitung der Planung mit erheblichen Verzögerungen des Verfahrens von mehreren Jahren führen würden“, berichtet Wienecke aus der Sitzung.

Viele Teilnehmer am B-10-Gipfel im Landratsamt


Austausch Zum B-10-Gipfel hatte Landrat Edgar Wolff die Spitzen aus Verwaltung und Politik im Rahmen eines Informationsaustauschs ins Landratsamt eingeladen.

Teilnehmer An der Sitzung teilgenommen haben gestern unter anderem Regierungspräsident Wolfgang Reimer (Grüne), die Bundestagsabgeordneten Heike Baehrens (SPD), Hermann Färber (CDU) und Volker Münz (AfD), die Mitglieder des Landtags Nicole Razavi (CDU), Peter Hofelich (SPD) und Alexander Maier (Grüne), alle Fraktionsvorsitzenden des Kreistags sowie der zuständige Abteilungsleiter im Stuttgarter Verkehrsministerium, Andreas Hollatz.

Schulterschluss Ziel des Treffens war laut Amtsleiter Jörg-Michael Wienecke, „das dringende Anliegen des Weiterbaus der B 10 jetzt im engen Schulterschluss aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft zu bekräftigen und alles daran zu setzen, die weitere Planung und Realisierung möglichst zügig in Gang zu bringen“.