Ebersbach / AUGUSTIN SCHÄFER OLIVER MÜHLIG  Uhr
Ein Konzert mit der Brass-Band B 10 erlebten die Besucher bei einem Benefizkonzert in der gut besuchten Herz-Jesu-Kirche in Ebersbach.

Die 28-köpfige Brass-Band B 10 spielt in der klassischen Besetzung nach englischem Vorbild. Diese besondere Blasmusikformation ist in Großbritannien ab 1830 entstanden. In Deutschland existieren bisher nur wenige Brass-Bands. Umso bemerkenswerter, dass sich vor zwei Jahren die Brass-Band B 10 aus Blasmusikern längs der durchs Filstal verlaufenden B 10 formierte, und zwar durch die Initiative von Holger Grom vom Städtischen Blasorchester Göppingen und dem Dirigenten Joachim Rath vom Musikverein Ebersbach.

Für das Konzertprogramm hatte die Band anspruchsvolle Charakterstücke ausgewählt. Oliver Mühlig aus Schlat führte die Zuhörer in die Hintergründe der Kompositionen ein. Die Brass-Band eröffnete das Konzert mit "Elsas Brautzug zum Münster" aus Richard Wagners Oper "Lohengrin", majestätisch arrangiert von Howart Snell. Mit "Lord Tullermore" von Carl Wittrock unternahm die Band einen Streifzug durch irische Folklore, gespickt mit brillanten Soli und sanften lyrischen Momenten.

Tiefe Eindrücke und Erinnerungen weckte das aufwühlende Werk "Hymn to the Fallen" des Filmkomponisten John Williams, geschaffen für Steven Spielbergs Film "Der Soldat James Ryan". Darin wird das kriegerische Ereignis der Invasion der US-Truppen in der Normandie 1944 nachgezeichnet. Würde und Majestätik verbreiteten die Klänge des Werks "Canterbury Cathedrale" von Jan von der Roost, mit der er seine Empfindungen bei einem Besuch in der englischen Kathedrale beschrieb. Die im Vergleich dazu gering geratene Herz-Jesu-Kirche vermochte kaum die Klangfülle der Bläser aufzunehmen.

Mit "The dark Side of the Moon" setzte die Brass-Band einen kraftvollen Schlussakkord. Mit der vollen Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten von dreifach piano bis dreifach forte und reichen Variationen in den Klangfarben betonte die Brass-Band B 10 zum Schluss ihr Können und künstlerisches Niveau.

Das zahlreich erschienene Publikum - die Kirche war fast vollbesetzt - dankte den Musikern mit langanhaltendem, begeistertem Beifall. Die Brass-Band ihrerseits honorierte dies mit einigen Zugaben.