Kunst Ausstellung in Süßen 30 Jahre nach Symposien

Der Künstler Andreas Weidmann (r.) und der ehemalige Süßener Bürgermeister Martin Bauch bei der Installation der „Litfaßsäulen“. Im September wird es in der neuen Kulturhalle ein Wiedersehen mit Künstlern der legendären Dorfsymposien der 80er Jahre geben. 
Der Künstler Andreas Weidmann (r.) und der ehemalige Süßener Bürgermeister Martin Bauch bei der Installation der „Litfaßsäulen“. Im September wird es in der neuen Kulturhalle ein Wiedersehen mit Künstlern der legendären Dorfsymposien der 80er Jahre geben.  © Foto: Axel Raisch
Süßen / Axel Raisch 01.08.2018

Zur Einweihung der Süßener Kulturhalle gibt es ein Wiedersehen mit Künstlern der legendären Dorfsymposien der 80er Jahre. Neue Werke unterschiedlichster Art und Stilrichtung werden vom 1. bis 9. September unter dem Titel „Aktuelle Wege“ zu sehen sein.

1983, 1985 und 1987 gab es in Süßen unter dem damaligen Bürgermeister und Vorsitzenden des örtlichen Kulturvereins, Martin Bauch, drei Dorfsymposien mit Studenten der Bildhauerklassen von Professor Otto Herbert Hajek (1983) und von Professor Jürgen Brodwolf (1985 und 1987).

Zwischenzeitlich wurde das Dorf zur Stadt (1996) und aus vielen der 30 Studenten wurden Künstler, die teils weltweit ausstellen und dozieren.

22 von ihnen werden nun wieder nach Süßen kommen und sich bei einem Begegnungsabend in der Gießereihalle der Firma Strassacker mit den Kunstvereinsmitgliedern am Vorabend der Eröffnung der Ausstellung treffen. Mit dabei sein wird auch Jürgen Brodwolf. Zu sehen sein wird in der neuen Kulturhalle jeweils ein neues Werk der 22 Künstler. Gemeinsamer Nenner ist die damalige Teilnahme, keine bestimmte Kunstrichtung. Heute wie damals soll die Ausstellung nach dem Willen der Veranstalter zur Auseinandersetzung mit moderner Kunst in der Provinz einladen.

Der Süßener Fotograf Andreas Weidmann, der auch im Kunstverein aktiv ist, hat dazu Collagen mit Bildern und Presseberichten gestaltet. Sie werden ebenso wie die Plakate der Dorfsymposien auf zwei Litfaßsäulen im Rathaus Süßen gezeigt, dazu einige Bilder, Objekte sowie die Kataloge der früheren Symposien und Asphaltbücher Brodwolfs aus dem Jahre 1987.

Als Kurator des Vereins zur Förderung von Kunst und Kultur hatte Martin Bauch 2017 zusammen mit seiner Frau fast alle Künstler besucht und nach Süßen zu der von Stadt und Kunstverein ausgerichteten Ausstellung eingeladen.

Dass nun 22 Künstler von damals 30 Studenten kommen werden, begeistert die Verantwortlichen in Süßen. Angesichts bereits verstorbener, unbekannt verzogener und schwer erkrankter Künstler ist dies eine fast hundertprozentige Zusagequote. Dies spiegle wider, dass die Dorfsymposien nicht nur bei Kunstinteressierten im Filstal, sondern auch bei den Ausstellern von damals noch in guter Erinnerung seien.

Für jeweils zehn Tage hatten sie damals ihre Studienateliers in Süßen im öffentlichen Raum. Die Besonderheit sei gewesen, dass auch viele örtliche Betriebe und Handwerker sich als Unterstützer und Begleiter der Studenten angeboten hatten, ob Schlosserei, Schmiede, Schreinerei, Stahlbaubetrieb oder Bronzegussfirma, erinnern sich die Ausrichter der Dorfsymposien.

„Es hat ihnen damals in Süßen gefallen und sie fanden die neue Idee interessant“, berichtet der heutige Vorsitzende des Kunstvereins, Süßens Bürgermeister Marc Kersting, der das große Engagement seines Vorgänger Martin Bauch (BM 1977-1990) hinsichtlich des diesjährigen Symposions hervorhebt.

Führungen, Filme über die Arbeit der Künstler, feste Treffs mit Künstlern sowie von der Stiftung Erlebnis Kunst gesponserte Kunstvermittlung für Kinder in der letzten Ferienwoche werden derzeit vorbereitet.

Nach der Ausstellung wird es dank finanzieller Unterstützung von Kreissparkasse Göppingen und Sparkassenversicherung Stuttgart einen Katalog geben.

Info Eröffnet wird die Ausstellung am
1. September, 19 Uhr, in der neuen Kulturhalle Süßen. Weitere Öffnungszeiten sind am 2. und 9. September, jeweils von 11 bis 20 Uhr, sowie vom 3. bis 8. September, 14 bis 20 Uhr. Finissage ist am
9. September ab 19.30 Uhr.

Dauerhafte Installationen

Süßener Kopf Drei Werke damaliger Studenten sind mittlerweile dauerhaft in Süßen zu sehen: Seit 1983 steht der „Süßener Kopf“ von Andreas Helmling am Filsbogen, seit 1987 eine bei der Firma Strassacker gegossene vierteilige Arbeit von Beatrice Schairer vor dem Eingang des Friedhofes Stiegelwiesen, und seit 1998 befindet sich bei der Firma Carl Stahl eine Seilinstallation des Bildhauers Michael Deiml.

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