Windkraft Ausschuss stimmt über Windräder ab

Wangen / Dirk Hülser 17.01.2017

Nach den Standorten Adelberg und Donzdorf soll nun auch für den geplanten Windpark im ehemaligen Bundeswehrdepot bei Wangen die sogenannte Zielabweichung beschlossen werden. Der Planungsausschuss der Regionalversammlung hat den Punkt morgen auf der Tagesordnung. Das Verfahren liegt in der Hand des Regierungspräsidiums Stuttgart, auch die Region muss dazu angehört werden. Die Zielabweichung wird immer dann notwendig, wenn Projekte Zielen der Raumordnung gegenüberstehen, das ist bei den vier vorgesehenen Windrädern der Fall.

Die Standorte der Rotoren zwischen Wangen und Oberberken liegen im Regionalen Grünzug – dort sind laut den Vorgaben des Regionalplans weitere Belastungen durch Bebauung oder „funktionswidrige Nutzungen“ nicht zulässig. Zudem liegt ein Teil des Windparks auf Schorndorfer Gemarkung, dort ist der Bestand als „Wald im Verdichtungsraum“ besonders geschützt. Im Landesentwicklungsplan heißt es dazu: „Eingriffe in den Bestand des Walds in Verdichtungsräumen und in Wälder mit besonderen Schutz- und Erholungsfunktionen sind auf das Unvermeidbare zu beschränken.“ 

Im September 2015 hatte die Regionalversammlung nach langen Diskussionen einen „qualifizierten Zwischenbeschluss“ zu insgesamt 41 Vorranggebieten in der Region Stuttgart gefasst. Um die Zulassung der Anlagen zu erreichen, muss nun für die meisten Standorte das Zielabweichungsverfahren angewendet werden, weil bestehende Verordnungen zu Landschaftsschutzgebieten geändert oder aufgehoben werden müssen. Das Standortkonzept sei „im Rahmen einer breit angelegten Beteiligung von Bürgern, Gemeinden, Fachbehörden und Verbänden erarbeitet“ worden, heißt es seitens der Region in der Sitzungsvorlage.

Keine Probleme sieht die Region in Wangen bei der Einhaltung der geforderten Mindestabstände in Höhe von 700 Metern zur nächsten Wohnbebauung.  Laut einer veröffentlichten Grafik sind die nächsten Siedlungen die Adelberger Herrenmühle in rund 1400 Metern und der Schorndorfer Stadtteil Unterberken in 1250 Metern Entfernung.

Unabhängig vom Zielabweichungsverfahren steht noch der Erörterungstermin für den Standort Bundeswehrdepot aus. Den hatte das zuständige Landratsamt des Rems-Murr-Kreises auf unbestimmte Zeit verschoben, weil es mehr als 1000 Einwendungen gegen die Pläne gibt. dh

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