Energiewende Ausschuss stimmt für Windräder

Vier Windräder könnten im Wald zwischen Wangen und Oberberken gebaut werden. Doch der Erörterungstermin wurde nun abgesagt – es liegen mehr als 1000 Einwendungen vor. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.  Foto: Patrick Seeger/dpa
Vier Windräder könnten im Wald zwischen Wangen und Oberberken gebaut werden. Doch der Erörterungstermin wurde nun abgesagt – es liegen mehr als 1000 Einwendungen vor. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Foto: Patrick Seeger/dpa © Foto: Patrick Seeger/dpa
Kreis Göppingen / Dirk Hülser 12.11.2016

In der kommenden Woche hätte der Erörterungstermin für vier geplante Windräder auf dem Areal des ehemaligen Bundeswehrdepots zwischen Wangen und Oberberken stattfinden sollen. Doch das zuständige Landratsamt des Rems-Murr-Kreises hat den Termin auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Grund: Es gab zu viele Einwendungen gegen die Pläne – mehr als 1000, die jetzt erst einmal aufgearbeitet werden müssen.

Zwei weitere Windkraft-Projekte haben dagegen eine wichtige Hürde genommen. Der Planungsausschuss der Regionalversammlung hat der sogenannten Zielabweichung für die Standorte am Kaisersträßle bei Adelberg (zwei Windräder) sowie dem Tegelberg bei Donzdorf (drei Windräder) zugestimmt. Dieses Verfahren war notwendig, weil „dem Vorhaben Ziele der Raumordnung entgegenstehen“, wie es offiziell in der Sitzungsvorlage heißt. Dahinter verbergen sich Verordnungen zu Landschaftsschutzgebieten, die geändert oder aufgehoben werden müssen, um Windkraftnutzung überhaupt erst möglich zu machen.

Insgesamt 41 Standorte

Die Regionalversammlung hatte zwar bereits im September 2015 nach langen Diskussionen 41 Windkraftstandorte festgelegt, doch für jene Anlagen in Landschaftsschutzgebieten sind eigene Planungsverfahren notwendig. Nur so kann die erforderliche Ausnahmegenehmigung erteilt werden. Nun müssen noch das Landratsamt Göppingen sowie das Regierungspräsidium (RP) zustimmen – vorher darf weder in Adelberg noch in Donzdorf gebaut werden. Der Investor ENBW wartet auch noch auf eine Sondergenehmigung durchs RP für den Standort Adelberg, weil hier die Gefahr besteht, dass streng geschützte Rotmilane durch ­Windräder getötet werden.

In der Vorlage zur Ausschusssitzung heißt es unter anderem, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstände eingehalten werden, auch die zu erwartenden Windgeschwindigkeiten seien gut: „Die Ertragsprognose geht von einer durchschnittlichen mittleren Windgeschwindigkeit von 6,0 Meter pro Sekunde in 164 Meter Nabenhöhe aus“, heißt es zum Standort Kaisersträßle. Für den Tegelberg werden 7,1 Meter pro Sekunde in 139 Meter Nabenhöhe erwartet.

Wie es jetzt am Standort Bundeswehrdepot bei Wangen, wo vier Windräder gebaut werden sollen, weitergeht, ist unklar. Ob der verschobene Erörterungstermin in der Oberberkener Schurwaldhalle in diesem Jahr nachgeholt werde, könne sie noch nicht sagen, meinte die gestern die Pressesprecherin des Landrats­amts Rems-Murr-Kreis, Sandra Weiss. Der neue Termin solle aber „zum frühestmöglichen Zeitpunkt“ stattfinden.

„Ein Millionengrab“

In einer anonymen, nicht namentlich gezeichneten E-Mail meldete sich gestern auch die Bürgerinitiative „Pro Schurwald“ zu Wort. Sie war erst unlängst im Petitionsausschuss des Landtags mit ihrem Begehren gescheitert, dass kein Staatswald mehr für Windkraftanlagen verpachtet werden dürfe. Mit Blick auf den verschobenen Erörterungstermin heißt es in der E-Mail, Windkraft im Schurwald sei ein „Millionengrab“, es drohe ein „Windkraft-Friedhof“ und: „Im Schurwald sollen Windkraftanlagen aus rein ideologischen Gründen errichtet werden – ohne Nutzen! Leidtragende sind Landschaft und Natur, sowie die Menschen, deren Lebens- und Wohnqualität drastisch sinkt.“

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