Landschaftspflege Ausflug zu den tierischen Allesfressern

Begegnung am Weidezaun: Die Schafe und Ziegen scheinen auf die Wanderer fast genau so neugierig zu sein wie umgekehrt: Haben die Besucher vielleicht ein Leckerli dabei?
Begegnung am Weidezaun: Die Schafe und Ziegen scheinen auf die Wanderer fast genau so neugierig zu sein wie umgekehrt: Haben die Besucher vielleicht ein Leckerli dabei? © Foto: Peter Hadrysiewicz
Mühlhausen / Peter Hadrysiewicz 22.08.2017

Offene Wacholderheiden, eine blütenreiche Flora, Magerrasen mit Silberdisteln, wilder Majoran und Thymian sind typisch für die Landschaft im oberen Filstal. Damit diese Flächen nicht verbuschen, müssen sie intensiv beweidet werden. Dies erledigen die Schafe und Ziegen der Weidegemeinschaft Goißatäle. Die Tiere sind deshalb ein wichtiger Partner des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Im Rahmen des „Sommers der Ver-Führungen“ hatte die Weidegemeinschaft  zu einer Exkursion rund um den Goißtälesweg bei Mühlhausen eingeladen: An Wacholderheiden und Weidehängen entlang ging es die Sommerhalde hoch zum Sterneck und weiter  zum Schafstall.

70 Wanderbegeisterte, unter ihnen Familien mit Kindern und auch zahlreiche Senioren, zogen beim Rathaus Mühlhausen ihre Wanderstiefel an, bevor sie von einigen Mitgliedern der Weidegemeinschaft und deren Chefin, Christine Sigel, begrüßt wurden. Dann startete der Pulk zum steilen Anstieg auf das Sterneck, wo man eine Rast einlegte.

Johannes Küchle  und Guido Jakob von der Weidegemeinschaft Goißatäle versorgten die durstigen Wanderer mit kühlen Getränken. Küchle hatte zudem  interessante Informationen zur Schnellbahntrasse der Deutschen Bahn zwischen Ulm und Stuttgart in petto. Was vielen der Wanderer gar nicht bewusst war: Während ihrer Rast ruhten sie sich direkt über der Tunneleinfahrt aus,  die einmal zum Aichelberg führen wird.

Dann führte der Weg weiter bergauf und bergab bis zur Ziegen- und Schafsweide,  wo sich die verschiedensten Rassen tummelten: darunter Burenziegen, Fuchsschafe, Heidschnucken, weiße Merino und Deutsche Edelziegen. Christine Sigel, die ihren einjährigen Schäferhund-Azubi Bär  dabei hatte, und ihre Kollegen erklärten den Teilnehmern die Unterschiede zwischen den verschiedenen Rassen. Generell unterscheiden sich Schafe und Ziegen  in einem für die Landschaftspflege durchaus wichtigen Aspekt: Ziegen sind regelrechte Allesfresser, Schafe dagegen sind wählerischer.

Im  letzten Teilabschnitt  der Wanderung ging es schließlich zum Schafstall. Dort beantworteten die Experten die vielen ­Fragen der Teilnehmer. So erklärte Christine Sigel, dass sie seit Januar hauptberuflich  Schäferin bei der Weidegemeinschaft Goißatäle ist. Sie ist in einer Schäferfamilie aufgewachsen  und engagiere sich mit Herz und Verstand für diese Weidegemeinschaft, die derzeit aus acht Mitgliedern und zwei Jungschäfern besteht. Sigel, die inzwischen Eigentümerin der Weidegemeinschaft Goißatäle GbR ist, besitzt derzeit 360 Tiere, für die nun ein neuer Stall in Gruibingen gebaut werden soll.

Nach der etwa zweistündigen Wanderung hatten die Teilnehmer im Schafstall die Gelegenheit, die von Guido Jakob gegrillten  Fleisch- und Wurstprodukte zu verkosten. Viele Besucher deckten sich nach dem Motto „aus der Region, für die Region“ reichlich mit Ziegen-, Schaf- und Lammspezialitäten ein.