Ausbildung Ausbildung: Vom Modell zum Traumauto

 Ausbildungsleiter Harald Schnaible bespricht mit den Azubi Jana Haidle, Nico Kerster, Jochen Eisele, Florian Wanner, Timo Espig und Christoph Hackl ein Automodell. Sie befinden sich im zweiten bis zum vierten Lehrjahr. Das erste Lehrjahr wird im September frisch besetzt.
 Ausbildungsleiter Harald Schnaible bespricht mit den Azubi Jana Haidle, Nico Kerster, Jochen Eisele, Florian Wanner, Timo Espig und Christoph Hackl ein Automodell. Sie befinden sich im zweiten bis zum vierten Lehrjahr. Das erste Lehrjahr wird im September frisch besetzt. © Foto: Patricia Jeanette Moser
Uhingen / Patricia Jeanette Moser 12.09.2018

Die Auszubildenden der Uhinger Beuttenmüller GmbH  arbeiten an dem Auto der Zukunft. Noch existiert der Sportwagen, an dem die jungen Leute gerade werkeln, nur als Modell.  Doch für einen Automobilhersteller ist gerade das Modell ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Produktion: Eine Idee oder ein Entwurf wird plötzlich sichtbar, lässt sich anfassen – also im wahrsten Sinne des Wortes begreifen.  Technische Modellbauer helfen ihren Auftraggebern dabei, sich zu entscheiden, wie ihre zukünftigen Produkte aussehen sollen – egal ob Handy, Fernbedienung oder eben Auto.

„Bei Beuttenmüller werden zu zirka 95 % Automodelle hergestellt“, erläutert Ausbildungsleiter Harald Schnaible. Die Materie „Auto“ fesselt die Azubi. Sie alle bringen technisches Interesse mit und haben vor Ausbildungsbeginn ein Praktikum absolviert. „Das ist bei uns so üblich. Zwei bis fünf Tage reichen meist für ein Kennenlernen und eine gegenseitige Einschätzung“, so Geschäftsführer Jens Beuttenmüller. Im Rahmen der Berufsorientierung der Schüler der 8. und 9. Klasse stehen die Realschule Uhingen und  die Beuttenmüller GmbH seit Jahren in Kontakt. Bei der Ausbildungsmesse im Uditorium stellt sich die Firma Beuttenmüller regelmäßig den Schülern vor. Die nächste Messe findet am 6. Oktober statt. Parallel dazu haben Interessierte die Möglichkeit, den Betrieb auch zu besichtigen. Die erfolgreiche Ausbildungsarbeit wurde jüngst von der Handwerkskammer Stuttgart mit der „Bildungspyramide“ ausgezeichnet.

Werkbank und Computer

Die Ausbildung zum Technischen Modellbauer in Karosserie und Produktion dauert dreieinhalb Jahre. Bewerben können sich Schulabsolventen vom Hauptschüler bis zum Abiturienten.  Mitbringen sollten die Bewerber technisches Verständnis, Präzision, gutes räumliches Vorstellungsvermögen und Kreativität. Geduld ist ein weiterer wichtiger Aspekt im Modellbau.

Die Auszubildenden werden von Anfang an in ein Projekt mit einbezogen, erzählen sie begeistert. Am Computer und am Zeichenbrett begleiten sie die Entwicklung eines Automobil-Modells. Außerdem lernen sie, mit den klassischen Werkzeugen an der Werkbank umzugehen. Handwerklich geht es für sie dann weiter an Fräsmaschine, Schleifmaschine, Kreissäge und Messmaschine. Das Tätigkeitsfeld weitet sich aus bis in die Lackiererei.  Im Leuchtenbau kommt die Elektronik dazu und beim Werkzeugbau wird der Umgang mit Stahl und Aluminium vermittelt. Diese vielen praktischen Tätigkeiten werden ergänzt durch die Arbeit mit CAD-Drucker und Computerprogrammen. Die Berufsschule findet als Blockunterricht in Ulm statt.

Nach Abschluss der Lehre ist der Azubi Geselle und hat dann auch die Möglichkeit, den Meister zu machen. „Die Firma unterstützt Fortbildungsprogramme und das Meister-Studium sehr“, berichtet Ausbildungsleiter Harald Schnaible aus eigener Erfahrung. Er hat selbst bei Beuttenmüller gelernt und den Meister gemacht. Jetzt bildet er selbst aus.

„Arbeit, die Bestand hat“

„Das faszinierende am Beruf des Technischen Modellbauers ist, dass man nach einem interessanten Produktionsverlauf ein Ergebnis sieht, das bleibt und obendrein ästhetisch ist“, sagen die Azubis über ihren Beruf. Für ein Seifenkistenrennen der Haldenberg-Realschule Uhingen haben die  Modellbauer jüngst gemeinsam mit den Azubis aus dem Produktdesign eine Seifenkiste konstruiert und gefertigt. Nach wenigen Wochen präsentierten sie das anspruchsvolle Projekt und erlangten beim Renneinsatz einen erfolgreichen dritten Platz.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Automobil-Ausstellung in Frankfurt: Als sie dann vor dem neuen 8er-BMW standen, an dessen Modell sie mitgewirkt hatten, können sie mit Stolz auf ihre Arbeit blicken. Es sei „eine Arbeit, die Bestand hat“, sagt Azubi Christoph Hackl begeistert.

Beuttenmüller GmbH zählt zu den weltweit führenden Firmen im Modellbau. Weitere Aufträge widmen sich Entwicklungen, die in die Zukunft weisen. Im Modell werden Produkte hergestellt, die es heute in dieser Weise noch nicht gibt. An den Modellbauer werden so immer wieder neue Herausforderungen gestellt, die er mit viel Kreativität bewältigen muss.

Bei der Berufswahl an Alternativen denken

Selten hatten junge Menschen so gute Startbedingungen für ihr Berufsleben wie jetzt. Fachkräfte mit einer Ausbildung und aufbauenden Qualifizierungen sind auf dem Arbeitsmarkt extrem gefragt und haben ebenso gute Karrierechancen wie mit einem Studium. Insgesamt gibt es rund 350 Ausbildungsberufe – und in nahezu allen werden Nachwuchskräfte gesucht. Es lohnt sich, neben den „Top 10“ der beliebtesten Ausbildungsberufe auch die nicht so bekannten anzuschauen und attraktive Alternativen für sich zu entdecken. In der Serie stellen wir einige von ihnen vor.

Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter bringen Auszubildende und Betriebe zusammen.

Arbeitgeber, die einen Ausbildungsplatz anbieten möchten, erreichen den gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Göppingen und des Jobcenters über die kostenlose Hotline: ☎ 0800  ­­
4 55 55 20

Junge Menschen, die einen Ausbildungsplatz suchen, erhalten einen Termin für ein Beratungsgespräch bei der Berufsberatung über die kostenlose Hotline: 
☎ 0800 4 5555 00

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